Drei Jubilare Musikalische Grüße zum Hundertsten

Helga Weisheit und Elfriede Weiser freuten sich zu ihrem 100. Geburtstag über ein Ständchen von vier Musikern des Polizeimusikkorps aus Erfurt. Die Jubilarinnen leben in der Evangelischen Seniorenpflege am Schloss in Schmalkalden.

Schmalkalden - „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh´n.“ Passender hätte die Zeile, die Zarah Leander einst so unverkennbar sang, nicht sein können. Für Elfriede Weiser ist das Wunder schon am 13. Februar geschehen. Helga Weisheit erlebte es am 30. April. Beide Damen sind jetzt 100 Jahre alt. Und die sieht man ihnen nicht ein. Ein Zeichen dafür, wie wohl sich die zwei Frauen fühlen. Ihren Lebensabend verbringen beide in der Evangelischen Seniorenpflege Am Schloss in Schmalkalden. Leider durften beide Geburtstage nicht groß gefeiert werden. Aber eine Überraschung gab es trotzdem. Und zwar eine musikalische. Der ehemalige Nachbarin von Helga Weisheit in ihrer damaligen Wohnung in Erfurt, die die gebürtige Struth-Helmershoferin 1993 aus Altersgründen aufgeben musste, ist ein außergewöhnliches Ständchen zu verdanken. Sie hatte alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Helga Weisheit an ihrem 100. Geburtstag ganz besonders zu erfreuen.

Und das war ihr geglückt. Auf der Terrasse der Seniorenpflege hatten sich am Freitagvormittag vier Herren des Polizeimusikkorps Erfurt eingefunden. Das Quartett ließ vier bekannte Melodien aus der Jugendzeit der beiden Jubilarinnen erklingen. Der Zusammenklang von Keyboard, Saxophon, Schlagzeug und Kontrabass war sehr harmonisch und stimmte fröhlich. Helga Weisheit wippte bei „Hello Dolly“ sofort mit und strahlte übers ganze Gesicht. „Das ist einfach wunderschön“, sagte sie mehrfach und konnte sich gar nicht satt hören. Die Musiker hatten wohlweislich bekannte Lieder aus der Jugend der zwei Damen ausgewählt. „Wir wollen deren Lebensalter Respekt zollen“, erklärte Christiane Höfer, Leiterin der Polizeiinspektion Schmalkalden-Meiningen. Natürlich freute sie sich und sprach damit auch für ihre Kollegen, den beiden Damen, den Zuhörern im Haus und auf der Terrasse einen musikalischen Gruß überbringen zu dürfen. Natürlich gab es auch Blumen.

Helga Weisheit lebte bis zur Mitte der 1970er Jahre in ihrem Geburtsort in Struth-Helmershof. Ihr Vater war vor dem Krieg Lehrer. Sie selbst arbeitete lange Zeit als Köchin im einstigen Kindergarten neben dem Schwimmbad. Wegen beruflicher Veränderungen zog sie später mit ihrer Familie nach Erfurt. Seit April 2014 ist die Seniorin in der Evangelischen Seniorenpflege „Am Schloss“ untergebracht und fühlt sich dort a sehr wohl. Mit dem Laufen will es nicht mehr so recht klappen. Dafür aber braucht sie zum Lesen noch keine Brille und ist an allem, was im Heim geschieht, sehr interessiert. „Sie hat einen extrem geregelten Lebensablauf“, erzählte ihr Schwiegersohn. Gemeinsam mit seiner Frau, Helga Weisheits einziger Tochter Elke Rosenbusch, war er am Geburtstag der Schwiegermutter nach Schmalkalden gekommen. Weiter gehören eine Enkelin und eine Urenkelin zur Familie.

Elfriede Weiser kam in Weinböhla bei Leipzig auf die Welt und wohnt seit Anfang Januar 2015 im Heim. Sie arbeitete einst als Schneiderin und ist genau wie Helga Weisheit eine Frohnatur. „Sie sagte selbst, sie habe zwei Weltkriege überlebt, da überlebe sie auch Corona“, erzählte Heimleiterin Hanna Nürnberger. Beide Damen haben eine positive Lebenseinstellung, was man ihnen auch ansieht. Und beide Frauen überstanden im vorigen Jahr eine Covid 19 Erkrankung. Wie alle anderen Bewohner sind sie jetzt t geimpft.

Am 23. August wird mit Ida Kaiser eine weitere Seniorin des Heimes unterhalb von Schloss Wilhelmsburg 100 Jahre alt.

 

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