Drei auf einen Streich Ohne Fahrerlaubnis und Zulassung, aber berauscht

Polizeikontrolle (Symbolbild). Foto: dpa/Uwe Anspach

„Drei auf einen Streich“ hieß es am Sonntagmorgen bei einer Polizeikontrolle in Sonneberg: Keine Fahrererlaubnis, Auto ohne Zulassung und der Fahrer im Rausch. Für das tapfere Schneiderlein langt das nicht, aber für einen Sack voller Anzeigen.

Sonneberg - Da staunten die Polizisten in der Sonneberger Karlstraße nicht schlecht: Der von ihnen angehaltene 35-jährige Golffahrer hatte keine Fahrerlaubnis, das Auto war nicht zugelassen war und der Fahrer stand zudem unter dem Einfluss berauschender Mittel. Gegen den Mann wurden mehrere Anzeigen erstattet, heißt es im Polizeibericht.

Woher die Formulierung von „Sieben auf einen Streich“ kommt:

Das Märchen vom tapferen Schneiderlein (Brüder Grimm): An einem Sommermorgen saß ein Schneiderlein auf seinem Tisch am Fenster, war guter Dinge und nähte aus Leibeskräften. Da kam eine Bauersfrau die Straße herab und rief: »Gut Mus feil! gut Mus feil!« Das klang dem Schneiderlein lieblich in die Ohren, er steckte sein zartes Haupt zum Fenster hinaus und rief: »Hier herauf, liebe Frau, hier wird Sie ihre Ware los.«

Die Frau stieg die drei Treppen mit ihrem schweren Korbe zu dem Schneider herauf und mußte die Töpfe sämtlich vor ihm auspacken. Er besah sie alle, hob sie in die Höhe, hielt die Nase dran und sagte endlich: »Das Mus scheint mir gut, wieg Sie mir doch vier Lot ab, liebe Frau, wenn’s auch ein Viertelpfund ist, kommt es mir nicht darauf an.«

Die Frau, welche gehofft hatte, einen guten Absatz zu finden, gab ihm was er verlangte, ging aber ganz ärgerlich und brummig fort. »Nun, das Mus soll mir Gott gesegnen,« rief das Schneiderlein, »und soll mir Kraft und Stärke geben,« holte das Brot aus dem Schrank, schnitt sich ein Stück über den ganzen Laib und strich das Mus darüber. »Das wird nicht bitter schmecken,« sprach er, »aber erst will ich den Wams fertig machen, ehe ich anbeiße.«

Er legte das Brot neben sich, nähte weiter und machte vor Freude immer größere Stiche. Indes stieg der Geruch von dem süßen Mus hinauf an die Wand, wo die Fliegen in großer Menge saßen, sodass sie herangelockt wurden und sich scharenweise darauf niederließen. »Ei, wer hat euch eingeladen?« sprach das Schneiderlein und jagte die ungebetenen Gäste fort.

Die Fliegen aber, die kein deutsch verstanden, ließen sich nicht abweisen, sondern kamen in immer größerer Gesellschaft wieder. Da lief dem Schneiderlein endlich, wie man sagt, die Laus über die Leber, es langte aus seiner Hölle nach einem Tuchlappen, und »wart, ich will es euch geben!« schlug es unbarmherzig drauf. Als es abzog und zählte, so lagen nicht weniger als sieben vor ihm tot und streckten die Beine.

»Bist du so ein Kerl?« sprach er, und mußte selbst seine Tapferkeit bewundern, »das soll die ganze Stadt erfahren.« Und in der Hast schnitt sich das Schneiderlein einen Gürtel, nähte ihn und stickte mit großen Buchstaben darauf: »Sieben auf einen Streich!« »Ei was, Stadt!« sprach er weiter, »die ganze Welt soll’s erfahren!« und sein Herz wackelte ihm vor Freude wie ein Lämmerschwänzchen ...

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