Spaniens sozialistische Vize-Ministerpräsidentin Carmen Calvo bezeichnete das unnachgiebige Verhalten Italiens als "unbegreiflich" und kritisierte: "Wir erleben hier das, was die Rechte und Ultrarechte in Europa macht." Deren Verhalten sei immer besorgniserregender.
Frankreich sagte am Sonntag zu, 40 der Migranten aufzunehmen. Allerdings müssten es Flüchtlinge sein oder Menschen, die "internationalen Schutz" benötigen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Innenministerium. Sechs EU-Länder, darunter Deutschland und Spanien, hatten sich zuletzt bereits bereit erklärt, Migranten zu übernehmen. Dennoch darf die "Open Arms" bislang nicht in Italien anlanden.
In ihrer zweieinhalbwöchigen Irrfahrt hatte die "Open Arms" zeitweise fast 160 Migranten an Bord. Jedoch waren einige gesundheitlich so angeschlagen, dass sie in den vergangenen Tagen nach Malta und Italien gebracht wurden.
Südlich von Sizilien wartete auch das Rettungsschiff "Ocean Viking" mit 356 Migranten auf die Erlaubnis, in einen sicheren Hafen fahren zu können. Die Organisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen (MSF) hatten die Menschen in mehreren Einsätzen in Sicherheit gebracht. MSF twitterte zuletzt: "Wir wissen, was diese im Meer geretteten Menschen durchgemacht haben. Wir kennen den Horror in Libyen, vor dem diese Menschen fliehen."