Drama in Zella-Mehlis „Ich bin sowieso gleich tot“

Die Polizei ermittelt gegen einen 22-Jährigen, der am Donnerstag in Zella-Mehlis in verschiedene Wohnungen eingebrochen war. Blutüberströmt griff ihn schließlich die Polizei auf. Foto: picture alliance/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Dramatische Szenen spielten sich Donnerstagmittag in Zella-Mehlis ab. Im Kinder- und Jugenddorf Regenbogen wurde schließlich der Verursacher, ein 22-Jähriger aus dem Landkreis Schmalkalden-Meiningen, festgenommen.

 
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Kurz zuvor hatte der junge Mann stark blutend, mit zerschlissener Hose und einem blutverschmierten Messer in der Hand, Gäste des Regenbogendorfes unter einem Carport nach einem Autoschlüssel gefragt. Sie boten ihm stattdessen Hilfe an und verwiesen auf seine Verletzungen. Mit den Worten „Ich bin sowieso gleich tot“, rannte er jedoch davon. Er versuchte noch, mit einem auf dem Gelände stehenden Transporter zu flüchten. Dessen Tür stand offen, der Zündschlüssel steckte allerdings nicht. Also rannte er weiter und lief dabei Polizisten in die Arme, die gerade auf der Straße vor dem Regenbogendorf vorgefahren waren. Der junge Mann ließ sich widerstandslos festnehmen.

„Freies Wort“ fragte bei der Polizei nach. Demnach war dort eine Mitteilung eingegangen, dass „ein Mann mit einem Messer und einem Vorschlaghammer durch Zella-Mehlis läuft“. Er war in der Bergstraße in ein Mehrfamilienhaus eingedrungen und klaute aus einer Wohnung ein Messer. Er klingelte an einer weiteren Wohnung und bat um Einlass. Der Inhaber ließ ihn gewähren, schilderte Polizeisprecherin Julia Kohl. Der 22-Jährige entwendete ein zweites Messer, bedrohte damit den Wohnungsinhaber und verletzte ihn leicht. Auf dessen Aufforderung hin verließ der 22-Jährige zwar die Wohnung , kam aber kurze Zeit später zurück und schlug mit einem Vorschlaghammer auf die Tür ein. Die Ermittlungen ergaben, dass der 22-Jährige im Vorfeld bereits in ein Einfamilienhaus einbrach, den Schlüssel zu einem Quad klaute und damit vom Grundstück in der Bergstraße fahren wollte. Der Versuch scheiterte. Die Beamten stellten fest, dass der Mann unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Der 22-Jährige ist kein Zella-Mehliser und auch nicht der Mann, der regelmäßig vor der Sparkasse und der vr-Bank beobachtet wird.

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