Downhill in Oberhof Das größte Hindernis? Corona!

Steine, Wurzeln, steile Kurven: Am Wochenende brettern im Bikepark Oberhof 300 Downhill-Piloten aus ganz Europa um die Wette. Foto: Michael Bauroth

Downhill-Fahrer sind holpriges Gelände gewöhnt. Doch auch das Vorspiel des ersten internationalen Rennens im Bikepark Oberhof schüttelte die Veranstalter durch. Erst Mitte dieser Woche kam das Go.

Oberhof - Plötzlich war der große Traum dabei wieder zu zerplatzen; nur ein paar Tage, bevor er Wirklichkeit geworden wäre. Keine internationale Rennpremiere im Bikepark Oberhof – das war am Dienstag auf einmal wieder im Bereichen des Möglichen. Schuld hatte einmal mehr das Coronavirus. Seit Wochen steigen die Infektionszahlen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen an. So stark, dass am Sonntag, dem 3. Oktober, der Kreis auf Warnstufe 1 gesetzt wurde. Eine neue Richtlinie mit schärferen Regeln drohte und damit auch das wahrscheinliche Aus für das große Downhill-Event.

Also steckten am Dienstag auch die Veranstalter des Rookies Cup die Köpfe zusammen. Der Bikepark am Grenzadler sollte zum Schauplatz für das große Finale der Rennserie für Nachwuchs-Downhill-Fahrer werden, die Anfang Juli in Steinach gestartet war und Mitte August in Österreich mit dem Rennen am Katzenkopf in Leutasch weiterging.

Ein Starterfeld aus ganz Europa – etwa aus England, Österreich, Polen und den Niederlanden – hatte sich für den Saisonabschluss angekündigt. Für den 2014 eröffneten und 2020 erweiterten Bikepark wäre es ein weiterer Meilenstein in der noch jungen Geschichte gewesen: das erste internationale Rennen überhaupt.

„Wir waren kurz davor, es abzusagen“, blickt Marcus König vom Bikepark Oberhof auf die bangen Stunden zurück. Schärfere Regeln hätte die Macher vor nahezu unlösbare Aufgaben gestellt, etwa die komplette Einzäunung des rund zehn Hektar großen Wald- und Wiesenareals, damit nicht mehr Zuschauer auf das Gelände strömen als behördlich erlaubt. Doch die befürchtete, neue Allgemeinverfügung wird am Dienstag bis auf Weiteres verschoben. Es kann also abwärts gehen in Oberhof.

Die Erleichterung und der Stolz auf das, was nun doch Realität werden wird, ist Marcus König am Donnerstag deutlich anzuhören. Noch sind die letzten Arbeiten an der Strecke nicht abgeschlossen. König und sein Team wollen etwa die Holzaufbauten noch erneuern. Am Wochenende werden hier 300 Starter drüberbrettern. „Eine hohe Frequenz. Das muss die Strecke verkraften“, sagt Marcus König.

Die Holzbrücke ist ein Bestandteil der extra für das Rookies Cup-Finale zusammengefügten Strecke. Die 1,1 Kilometer sind ein Mix aus zwei Bikepark-Strecken. 120 Höhenmeter müssen bewältigt werden. Nicht viel im Vergleich zu anderen Strecken. „Steinach hat mehr Höhenmeter“, sagt Marcus König. Und dennoch sei Oberhof keine leichte Übung. „Es ist sehr, sehr technisch; viel verwurzeltes Waldgebiet.“ Vor allem in der Mitte der Strecke warten etliche technische Passagen im Wald mit Wurzelabsätzen auf die Abfahrer. „Da muss man die richtige Geschwindigkeit wählen“, erklärt der Rennleiter.

Seit Dienstag seien alle Startplätze ausgebucht. Gefahren wird in acht Kategorien. Was fehlt, ist eine offene Klasse für Männer über 18. Hätte man sie auch noch starten lassen, wäre der Ansturm viel zu groß geworden, sagt Marcus König. Immerhin laufe am Wochenende parallel zu den Rennen der normale Bikepark-Betrieb weiter.

So steht voll und ganz der Downhill-Nachwuchs im Fokus. Für ihn ist der Rookies Cup die entscheidende Serie, um die nächsten Schritte zu gehen in der Trendsportart. Bikepark-Mitarbeiter König nennt den Cup die „Vorstufe zu allem anderen“. Von hier aus könne man direkt in den Welt- oder Europacup einsteigen. „Es ist die einzige Serie im Nachwuchsbereich.“

Für Max Müller aus Plaue geht es in der U15 noch um den Gesamtsieg. Nach zuletzt zwei dritten Plätzen im österreichischen Leutasch liegt der Starter des RSV Adler Arnstadt vor dem Finale auf Platz zwei der Gesamtwertung. Sein Vorteil gegenüber der Konkurrenz aus ganz Europa: Müller kennt die Strecke in Oberhof wie seine Westentasche.

Rookies Cup: Zeitplan

– Samstag, 9. Oktober:

9 bis 14 Uhr: Pflichttraining

14.30 Uhr: Seeding Run (Der Seeding Run ist das Qualifikationsrennen für Sonntag, wo entsprechend der Zeiten in umgekehrter Reihenfolge gestartet wird. Heißt: Der Schnellste des Seeding Runs startet im Rennlauf am Sonntag als Letzter.)

– Sonntag, 10. Oktober:

8 bis 11 Uhr: Offizielles Training

11.30 Uhr: Rennlauf, Siegerehrung circa 30 Minuten nach Rennschluss

Zuschauer: Der Eintritt ist frei – und die Zuschauerzahl, wie Marcus König vom Bikepark Oberhof mitteilt, nicht begrenzt. Das Areal biete genügend Platz, um die Abstände einzuhalten.

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