Downhill Heißes Rennen trennt Spreu vom Weizen

Norbert Kleinteich

Die Nummer drei des Jahres 2022 des iXS Downhill Cups fand am vergangenen Wochenende in der Thüringen Alpin Bikearena in Steinach statt.

Dieser Cup ist mittlerweile eine feste Adresse in der Wettkampfplanung internationaler Downhill-Athletinnen und Athleten. Insgesamt trafen sich nun 350 Teilnehmer aus 13 Nationen in Steinach. Unter ihnen nun auch aus Schweden und Norwegen, sogar Argentinier, die sich vielleicht in ganz Europa Strecken aussuchen.

In einem Song des Pop-Duos „2Raumwohnung“ heißt es „36 Grad, und es wird noch heißer…“ und das hätte auch zum vergangenen Wochenende gepasst. Der Sonntag war der Tag des amtieren Deutschen Meisters Simon Maurer und der Belgierin Roos Op De Beeck. Trotz Hitze und Staub erreichten die Fahrer starke Zeiten auf einer Strecke, an der, wie Axel Müller als Bike-Park-Chef sagte, am Kurs einiges geändert und am Mittelteil attraktiver gestaltet wurde. Und das verlangte von den Sportlern alles ab.

Der Kurs mit viel Wurzelwerk, vielen anspruchsvollen Passagen auf 150 Höhenmetern, trennte die Spreu vom Weizen unter den Fahrern. Wüstenartige Abschnitte an Hang und in den Kurven – da staubte es mächtig. Dazu verlangte die wechselnde Bodenbeschaffenheit volle Konzentration von den Fahrern.

Glücklicherweise gab es außer einer Prellung und Abschürfungen keine nennenswerten Verletzungen. Hier war die Bergwachtbereitschaft aus Scheibe-Alsbach vor Ort, um auch bei kleinen Verletzungen einzugreifen. „Wir waren mit acht Einsatzkräften und mit dem Arzt Udo Scheller aus Sonneberg nach Steinach gekommen“, so Bereitschaftsleiter Konni Lutter. Die Helfer bei den Veranstaltern hatten Unterstützung von verschiedenen Vereinen, so auch vom SV 08 Steinach, Abteilung Wintersport, und auch vom Radsportverein Saalfeld.

Vor und nach dem Wettkampf sorgte eine Schneekanone auf der Mittelstation für Erfrischung. „Angesichts der Temperaturen entschlossen wir uns, drei kleine Pools zu kaufen, die wir befüllt aufgestellt haben“, gestand Axel Müller. Für den einen oder anderen Fahrer eine willkommene Geste der Steinacher.

Sehr eng ging es am Sonntag in der Klasse Jugend U17 zu. Allesamt Starter aus Deutschland fanden ihren Sieger in Finjas Rindschwentner aus dem Wartburgkreis. Mit einer Zeit von 2:21.836 Minuten lag er nur 3,8 Sekunden vor seinem Verfolger Lenny Wall aus Waltershausen. Auch die folgenden Plätze lagen sehr dicht beieinander. Während bei den Startern der Pro U17 männlich der Sieg an die Briten ging, hatten die Deutschen wieder die Nase vorn bei den Eliten männlich. Mit einem Abstand von immerhin nur 00:00.445 Minuten musste bei der Elite der Frauen die ehemalige Deutsche Meisterin Sandra Rübesam aus Mittelfranken den Sieg der Belgierin Roos Op De Beeck überlassen.

Tom Zschippig aus Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) war bei den männlichen Pro U19 erfolgreich. Ein hauchdünner Vorsprung (00:00.688 Minuten) sicherte ihm Platz eins vor dem Schweden Walle Tunsved. Noch knapper folgte der Brite Toby Driscoll auf dem dritten Platz. Es fehlten ihm nur 00:00.813 Minuten zum Sieg.

Die Elite Männer mussten bis zuletzt bangen, denn mit der Startnummer eins fuhr Simon Maurer als letzter Starter über den Kurs und legte mit 02:10.953 Minuten die schnellste Zeit hin. Dem Fahrer aus Spalt in Mittelfranken folgte der Thüringer Mario Anton aus Mosbach mit einem Abstand von 00:01.336 Minuten. Dritter wurde Jonas Puttkammer aus Trossingen (Kreis Tuttlingen).

Auch bei den Pro Masters ging es, zumindest zwischen dem Zweiten, Knute Zentgraf aus Arnstadt, und Stefan Bax aus Nürnberg knapp zu. Sie trennte nur ein Wimpernschlag, nämlich 2,37 Tausendstel. Den Sieg in dieser Klasse holte sich der Belgier Jelle Hemelsoen.

Axel Müller schaut auf einen erfolgreichen Wettkampf zurück, auch wenn die Lokalmatadoren nicht in die Spitze der Wertung vordringen konnten. Mit einem erfolgreichen Racing und einem sehr hochklassigen Fahrerfeld hat sich Steinach für internationale Rennen ausgezeichnet. Die Resonanz der Fahrer stimmt Müller optimistisch. Sie kommen gerne wieder nach Steinach.

 

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