Dorferneuerung in Masserberg Abrissreife Häuser weichen

Leerstehende Häuser gibt’s in der Gemeinde Masserberg genügend. Drei von ihnen werden nun abgerissen und bieten neuen Raum.

Das ehemalige Wohnhaus Thälmann-Straße 1 in Heubach wird bereits entkernt und in den kommenden Wochen abgerissen. Foto: Cornell Hoppe

Leerstehende Häuser gibt es in der Gemeinde Masserberg zur Genüge. Häufig genug auch in markanten Lagen in den Ortsteilen und oft ist es auch gar nicht so einfach, an die Eigentümer zu kommen. Per Ersatzvornahme sind in der Gemeinde schon einige Häuser abgerissen worden. Weil sie von Einsturz bedroht und so eine Gefahr für Verkehrsteilnehmer oder Passanten gewesen sind. Allerdings darf per Ersatzvornahme nur der Abbruch und höchstens der Abtransport gefährlicher Stoffe realisiert werden und so bleiben unansehnliche Schuttberge in den Gemeinden zurück. So etwa beim ehemaligen Schulgebäude in Heubach.

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Umso verständlicher ist es, dass die Gemeinde nun im Zuge der Dorferneuerung selbst reagiert, nicht mehr genutzte Gebäude abreißt und so Platz in den Dörfern schafft. In Heubach betrifft das den alten Kindergarten in der Hessenecke und das markante Wohnhaus Thälmannstraße 1 unmittelbar an einem Straßenknick an der Einfahrt zur Hessenecke. In Masserberg ist ein ehemaliges Wohnhaus direkt an der Ortsdurchfahrt in der Hauptstraße nun zum Abriss freigegeben. Das ehemalige Kindergartengebäude befand sich bereits in Gemeindehand, die beiden anderen Grundstücke hat die Gemeinde erwerben können.

Engstellen werden beseitigt

„Mit den Abrissen wollen wir etwas mehr Luft in unsere Dörfer bringen“, sagte Bürgermeister Denis Wagner auf Nachfrage. Die beiden ehemaligen Wohnhäuser liegen unmittelbar an Engstellen im Straßenverkehr – deren Abriss könne nun dort für Entspannung sorgen. In Heubach verbessere sich dann die Kurvensicht deutlich, schätzt Wagner ein. Hier denke man bereits darüber nach, dort eventuell einen neuen Bushalt einzurichten. „Solche Themen sind bereits mit dem Dorferneuerungsbeirat besprochen worden. Fest geplant ist aber noch nichts. Jetzt können wir erst einmal die Abbrucharbeiten durchführen“, sagte Denis Wagner. Der hat bereits begonnen und sorgt in der nächsten Woche für kleinere Einschränkungen. Für die Abbrucharbeiten am Dach müsse ein größerer Bagger anrücken. Die Baustelle werde dann kurzzeitig mit Ampelregelung umfahren.

In Masserberg steht das Gebäude unmittelbar an der Einfahrt zur Kurhausstraße – auch dort könne man verkehrstechnisch für Entspannung sorgen. „Es soll dort jedenfalls nicht neu gebaut werden“, sagt der Bürgermeister.

Die Vergabe der Planungsleistungen und der Abbrucharbeiten hatte Bürgermeister Denis Wagner per Eilverfahren vergeben. Hatte die Beschlüsse im Nachgang aber noch einmal auf die Tagesordnung gesetzt. Eigentlich hätten die Beschlüsse bereits bei der Gemeinderatssitzung Ende Mai fallen sollen. „Wir hatten damals vereinbart, die Leistungen nicht zu vergeben, weil es kurz zuvor enorme Kostensteigerungen beim Planer gegeben hatte“, erinnerte Denis Wagner. Die Gemeinde hatte dafür kein Verständnis, hatte zudem auch bei den Abbruchunternehmen nach unerwarteten Kostensteigerungen gefragt, die diese verneint hatten. „Es war für uns nicht verständlich, warum die Planungskosten steigen sollten, wenn die Kosten der Ausführung nicht steigen“, so Wagner. Darum habe man mit dem Planer noch einmal gesprochen und konnte sich letztlich einigen. Sowohl Planung als auch Durchführung konnten in den gesetzten finanziellen Spielräumen vergeben werden. Weil in der Gemeinderatssitzung beschlossen wurde, dass nach einer Einigung das Verfahren in Gang gebracht werden könne, habe der Bürgermeister per Eilentscheid die Vergaben bestätigt.

„Ganz so rasant, wie das klingen mag, ist das aber nicht abgelaufen“, sagte Peter Koch, Vorsitzender des Bauausschusses der Gemeinde. Dort haben man sich seit zwei Jahren intensiv mit der Thematik und mit beschäftigt. Bürgermeister Wagner bestätigte das.

Ein Problem sei der große Zeitverzug gewesen. Der resultierte unter anderem daraus, dass das Land lange gebraucht hatte, einen Haushalt aufzustellen. Somit seien auch die Förderbescheide und die Fördermittel der Dorferneuerung erst spät im Jahr ausgereicht worden. „Und dann auch noch mit verkürztem Abrechnungszeitraum. Schon zum 31. Oktober müssen die Maßnahmen abgerechnet sein“, so Wagner.

Die Gemeinderäte folgten den Beschlüssen einstimmig.