Rückgang bei den Seepferdchen
Bevor sie es im Idealfall aber doch schaffen, brauchen sie laut DLRG Grundfertigkeiten im Wasser – Gleiten, sich über eine Strecke von mindestens 25 Metern schwimmend über Wasser halten, angstfrei Springen oder Tauchen mit geöffneten Augen. Dass sie dies beherrschen, bescheinigt das Seepferdchen. Das bedeutet nach Angaben der Lebensretter aber nicht, dass Eltern ihre Kinder am und im Wasser nicht mehr beaufsichtigen müssten. 2025 erhielten 53.660 Kinder ihr Seepferdchen, während es im Vorjahr 57.472 waren.
Trotz des Rückgangs: Das Ergebnis bei den Seepferdchen liegt laut DLRG immer noch deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre, der etwa 49.000 beträgt. Allerdings habe die Wartezeit auf Anfängerschwimmkurse noch einmal um etwa zehn Prozent zugenommen, warnte die DLRG-Präsidentin. "Die Grenzen der Kapazität sind vielerorts deutlich überschritten."
Modernisierung der Schwimmbäder kommt kaum voran
Ein wesentlicher Grund dafür: Noch immer fehlen Wasserflächen - also Bäder, in denen Kinder schwimmen lernen können. Die Modernisierung der Schwimmbäder und die Ausrichtung am tatsächlichen Bedarf kämen kaum voran, kritisierte Vogt. Zwar habe der Bund in diesem Jahr erstmals ein Förderprogramm von 250 Millionen Euro für die Schwimmbäder aufgelegt. Aber ein planvolles und gemeinsames Vorgehen von Bund, Ländern und Kommunen sei "weiter nicht in Sicht".
Das wirkt sich nach DLRG-Einschätzung auch auf den Schwimmunterricht der Schulen aus, der zwar für Grundschulen vorgesehen sei, aber zu oft gestrichen werde. Neben Bädern in der Nähe fehlten oft Lehrkräfte für den Schwimmunterricht. Dennoch gebe es viele Schulen, die mit viel Einsatz versuchten, möglichst allen ihren Schülerinnen und Schülern das Schwimmen beizubringen, betonte Vogt.
Mehr Erwachsene in Schwimmkursen
Auffallend: Insgesamt zählten die DLRG-Lebensretter bei ihren Schwimmkursen im vergangenen Jahr bundesweit etwa 350.000 Menschen – aber keineswegs nur Kinder, denn darunter waren auch knapp 26.000 Erwachsene. Das bedeutet ein klares Plus: 2024 waren es erst 18.448 Erwachsene.