„Der Staat ist nicht in der Lage, eine funktionierende Internetleitung zu legen, verlangt von mir aber eine Online-Kommunikation“, sagt Michael Spindler. Der Musiker mit Wohnsitz im Frankenblick-Ortsteil Döhlau ist ziemlich verärgert. Das eine betrifft die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, kurz auch Gema genannt, das andere die im Dorf schlicht nicht vorhandene Ausstattung mit zügigem Internet. Wenn in vielen Teilen des Landkreises mittlerweile vom „Turbo“ für die Datenleitungen oder gar von „Datenautobahnen“ die Rede ist, dann ist dies in Döhlau eher ein Rinnsal oder eher ein Saumpfad, wenn der Transfer nicht ganz ausfällt. Das ficht die Döhlauer nicht an, sie haben zwar kein schnelles Internet und im Effeldertal ist ein großes Funkloch, aber festtechnisch sind sie ziemlich aktiv. Die Döhlauer Sommernacht hat als Festival mittlerweile Kultstatus und lockt einmal im Jahr Heerscharen an. Genau dies hatte nun Folgen, denn die Rechnungen der Gema sind jüngst vom überschaubaren zweistelligen auf einen stolzen vierstelligen Betrag hochgeschnellt. Die Rechnung sei noch per Brief bei ihm eingetroffen, eine Beschwerde war für den Döhlauer aber gar nicht so einfach an Frau oder Mann zu bringen. Dass das Festival ehrenamtlich organisiert werde und es sich um keine kommerzielle Veranstaltung handle, diese Kritik konnte der Musiker nicht so recht loswerden.
Digitalisierung auf dem Dorf Beschwerde nur online - aber wenn das Netz lahmt?
Thomas Schwämmlein 28.03.2023 - 16:30 Uhr