Digitaler Stress Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Jolf Schneider

In einer Studie gibt die Mehrheit an, sie wäre gerne häufiger offline. In vielen Fällen haben das die Nutzer selbst in der Hand, meint unser Autor.

Jolf Schneider. Foto: Archiv/Michael Reichel

Natürlich kann man über die Ergebnisse dieser Umfrage trefflich streiten. Wollen wirklich 56 Prozent der Menschen lieber häufiger offline sein, so wie es die Befragten in der Umfrage der IU Erfurt angegeben haben? Oder haben sie so geantwortet, weil sie einen gewissen sozialen Druck verspürten, diese Antwort zu geben? Letztlich ist es aber eigentlich egal für die Schlüsse, die aus der Studie gezogen werden sollten. Die Befragung zeigt – wieder einmal – dass die Welt des Internets und der selbst ernannten sozialen Medien eben nicht nur schöne Seiten hat. Sie machen unser Leben nicht nur einfacher, sondern können uns auch anstrengen, am Ende sogar krank machen.

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Doch letztlich haben wir es selbst in der Hand. Erwartet unser Arbeitgeber wirklich ständige Erreichbarkeit von uns oder schauen wir dauernd aufs Handy, weil wir uns dadurch eine Bestätigung unserer eigenen Wichtigkeit erhoffen? Die Studie zeigt Wege auf, dem Hamsterrad zu entfliehen: Bewusst offline gehen, sich Zeiten schaffen, in denen die digitalen Endgeräte ganz weit weg sind. Beim Sport, beim Spaziergang im Wald. Viele, die das einmal ausprobieren, stellen erstaunt fest, wie erholsam es ist, wenn sie selbst wieder darüber bestimmen, wann sie welche Nachrichten konsumieren und wann sie darauf antworten.

jolf.schneider@insuedthueringen.de