Dietlas „Wir dürfen da nicht weiter zuschauen“

Auch das Verbotsschild hält die Abfallsünder nicht ab. Obwohl in der Grünschnittannahmestelle in Foto:  

Direkt neben den idyllisch gelegenen und gepflegten Angelteichen in Dietlas wird eine illegale Mülldeponie immer größer. Die Ortsteilräte wollen nicht länger tatenlos zuschauen und den Platz gestalten.

Dietlas - Die Sitzungen des Ortsteilrates in Dietlas verlaufen oft anders als in anderen Orten. Die jungen Mitglieder um Ortsteilbürgermeisterin Marie-Kristin Lange (parteilos) stellen bei Problemen meist als Erstes die Frage: „Was können wir tun?“. So auch bei dem Müll-Problem.

Ein großes Ärgernis für viele Bürger des Ortes, für die Ortsteilräte, die Mitglieder des Angelvereins und die Radfahrer, die den Feldatal-Radweg nutzen, ist die immer weiter wachsende illegale Müllkippe im Bereich „Schwarzer Weg“. Direkt neben den Angelteichen, am Radweg gelegen, liegt haufenweise Dreck im Wald. Da wurde Grünschnitt entsorgt, massiver Baum- und Strauchschnitt lagert dort, der offensichtlich mit großen Fahrzeugen antransportiert wurde. Aber auch Haus- und Plastikmüll haben hier Müllsünder einfach in den Wald gekippt. Appelle helfen hier nicht weiter. Davon sind die Dietlaser Ortsteilräte überzeugt. Denn auch das gut lesbare Schild „Schutt abladen verboten“ hält die Müllsünder nicht ab.

Deshalb unterbreitete Marie-Kristin Lange im Ortsteilrat den Vorschlag, diesen Platz zu gestalten. Dazu müsste der illegale Abfall abgefahren und der Platz wieder in Ordnung gebracht werden. Danach könnte direkt an der Auffahrt zum Wald eine Sitzgruppe aufgestellt werden, die einmal die Zufahrt zum Wald für die unbelehrbaren Müllsünder versperrt, aber auch zum Verweilen einlädt. Mit Blick auf die Angelteiche könne man sich hier wirklich gut erholen. Diesen Ruheplatz könnten dann nicht nur die Dietlaser nutzen, sondern auch die Gäste, die auf dem beliebten Feldatal-Radweg unterwegs sind. Das Schild „Schutt abladen verboten“ würde stehen bleiben, und für die ganz Unbelehrbaren schlug die Ortsteilbürgermeisterin das Errichten eines Totholzzaunes vor, damit wirklich niemand mehr mit dem Auto in den Wald fahren kann.

Peter Neumann (parteilos), Bürgermeister der Krayenberggemeinde, begrüßte den Vorschlag und sagte auch die Unterstützung der Gemeinde zu. Er machte aber auch darauf aufmerksam, dass es nicht die Aufgabe der Allgemeinheit sein könne, „den Dreck dieser Leute zu entsorgen“. Da er auf der anderen Seite der Felda wohne, könne er beobachten, dass es sich meist nicht um Bürger aus Dietlas handele, die dort ihren Müll entsorgen. Leider liege der Fluss dazwischen, ehe er den Schlenker bis zum „Schwarzen Weg“ gefahren sei, hätten die Abfallsünder das Zeug längst abgekippt und seien verschwunden.

Bürger, die etwas beobachten, sollten sich bei der Gemeindeverwaltung melden. Diese Art der Müllentsorgung sei kein Kavaliersdelikt. Das Umweltamt des Wartburgkreises könne hier empfindliche Strafen verhängen. Und wer so etwas mache, sollte auch bestraft werden, da waren sich die Ortsteilräte mit dem Bürgermeister einig. Auch hinterfragten sie den Sinn solcher Aktionen. Nur weil hier vor vielen Jahren einmal eine Deponie war, könne das Areal nicht einfach weiter als Müllplatz genutzt werden. Außerdem mache es keinen Sinn. Jeder Bürger der Krayenberggemeinde habe die Möglichkeit, seinen Grünschnitt kostenfrei in der Grünschnittannahmestelle des Abfallwirtschaftszweckverbandes in Merkers zu entsorgen. Die gelben Säcke werden abgefahren und der Restmüll gehöre in die Tonne. Wenn die einmal nicht reiche, könnten auch diese Abfälle gegen einen geringen Obolus nach Merkers gefahren werden, so Neumann.

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