Lange vorbei ist (zum Glück) die Zeit, als quer durch die Rhön und durch Deutschland eine schwer gesicherte und streng bewachte Grenze verlief. Viele junge Männer wurden zu DDR-Zeiten als Grundwehrdienstleistende an die Staatsgrenze, zugleich Außengrenze zwischen den Militärblöcken Warschauer Vertrag und Nato, eingezogen, die meisten davon unfreiwillig. Ein paar davon, die zwischen 1968 und 1990 auf der einstigen 9. Kompanie auf dem Weidberg abkommandiert waren, kamen jüngst in der gleich nebenan gelegenen Erlebniswelt Rhönwald zusammen – für ein Wiedersehen und zum Austausch von Erinnerungen. „Es ist klar, dass dies keine Verklärung der DDR sein soll, ganz sicher wünscht sich niemand diese Zeit zurück“, machte Sven Jähnichen als Organisator des Treffens zur Begrüßung deutlich. Jähnichen, der in Dresden wohnt, hat seine Erlebnisse an der Grenze in den Jahren 1977 und 1978 vor einiger Zeit im Buch „Die schwarze Kompanie“ niedergeschrieben. „Der Grenzdienst ist aber Teil der deutschen Zeitgeschichte, Teil des eigenen Lebens bei denen, die damals dabei waren, also kann man darüber offen sprechen.“