Die Wahlkampf-Kolumne Mückenfallen, Windräder und das Aufgabenbuch

Hans-Georg Maaßen. Foto:  

Wie blicken die Bundestags-Kandidaten auf ihren Südthüringer Wahlkreis 196? In der Kolumne „Meine Wahlkampf-Woche“ schildern die sechs Bewerber ihre Ansichten und Erlebnisse aus erster Hand. Ab heute täglich. Den Anfang macht CDU-Kandidat Hans-Georg Maaßen.

Wussten Sie, dass der Weltmarktführer für Stechmückenfallen aus Siegritz/Hildburghausen kommt? Oder dass die geplanten Windräder in unserer Region 247 Meter hoch sein werden? So hoch ist der Berliner Fernsehturm ohne Antenne. Ich reise durch den Wahlkreis und rede mit vielen Leuten, möchte Südthüringen kennenlernen und erfahren, was die Südthüringer bewegt. Man muss den Betrieb in Berlin kennen und verstehen, um die Bürger des Wahlkreises und ihre Themen wirksam vertreten zu können.

Vorige Woche war ich im Landkreis Hildburghausen. Der Montag startete bei der Holzverarbeitung Jacob in Sachsenbrunn. Die Holzpreise sind in den letzten sechs Monaten 150 Prozent gestiegen, obwohl es bei uns genug Holz gibt. Deutschland lässt anders als andere Länder zu, dass Holz in Masse in die USA exportiert wird. Die Regierung reguliert alles, warum nicht auch den Ausverkauf unseres Holzes?

Am Abend dann ein Waldspaziergang mit der Bürgerinitiative „Gegenwind im Kleinen Thüringer Wald“. Riesige Windkraftanlagen sollen dort und bei Beinerstadt errichtet werden. Irre, weil die Stromerzeugung im Verhältnis zum angerichteten Schaden an der Natur zu gering bleibt. Solche Windkraftanlagen zerstören mehr als sie nutzen.

Dienstag: Gespräch mit Bürgermeister Bartholomäus in Römhild. Ich beneide ihn ein wenig um seinen Amtssitz in der schönen Glücksburg. Er schilderte mir seine Sorgen wegen der schlechten Finanzausstattung der Kommunen. Gebietsreformen helfen da nicht weiter. Die Finanzierung der Kommunen muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden.

Mittwoch: Gespräch mit dem Bürgermeister von Straufhain, Tino Kempf. Im Hauptberuf ist er Unternehmer, der unter anderem sehr spezielle Stechmückenfallen in Siegritz produziert, die er nach Afrika und Brasilien verkauft – aus Siegritz in die ganze Welt! Danach war ich bei OB André Knapp in Suhl. Hauptthema waren die Probleme mit der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE). Die wichtigste Aufgabe des Staates ist es, die Menschen vor Straftaten zu schützen. Wenn er diese Aufgabe nicht erfüllt, stellt er sich selbst in Frage. Der Thüringer Innenminister Maier (SPD) könnte Abhilfe schaffen, tut es aber nicht. Ich unterstütze darum die Petition von OB Knapp.

Donnerstag: Es ging direkt nach Schleusingen zu Gesprächen mit Unternehmen, die mir berichteten, dass nun auch Baustoffe und Chemikalien knapp und teuer werden. Manche Produkte sind wegen des Abbruchs der Lieferketten nicht mehr verfügbar. Warum wird da politisch nicht gegengesteuert? Abends wartete noch eine böse Überraschung auf mich. Ich habe den Eindruck, der Vorsitzende der SPD in Thüringen, Innenminister Maier, nutzt seine Behörden, um einen schmutzigen Wahlkampf zu betreiben. Der Thüringer Verfassungsschutzpräsident Kramer, bis vor kurzem selbst SPD-Bundestagskandidat, versuchte mich, in der linken ARD-Sendung Kontraste in die Nähe von Antisemiten zu rücken. Das ist nicht nur absurd, sondern auch von Grund auf falsch.

Freitag: Besichtigung des Werra-Baustoffwerks und Gespräch mit Bürgern. Thema war auch die Doppelbesteuerung von Rentnern. Ich bin der Meinung: Hört auf, die Rentner doppelt zu besteuern. Die Politik sollte ganz andere Baustellen bearbeiten. Viele Themen, die dringend angepackt werden müssen, habe ich in dieser Woche in mein Aufgabenbuch geschrieben.

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