Landkreis Sonneberg Erneut sind zwei Corona-Tote zu beklagen

Die Maske an den Haken zu hängen, dazu gibt die Situation im Landkreis Sonneberg weiter keinen Anlass. Foto: /Carl-Heinz Zitzmann

Der Rest der Republik diskutiert übers Zeitregime für Corona-Lockerungen, Sonneberg verharrt bei den Neuinfektionen hingegen auf hohem Niveau.

Sonneberg - Eine Sonderstellung unter umgekehrten Vorzeichen nehmen in diesen Tagen Sonneberg und sein Nachbarkreis Hildburghausen in Anspruch. Derweil deutschlandweit Inzidenzen rund um die 35er-Schwelle die Hoffnung auf ein Ende der Corona-Beschränkungen befeuern, verharren die beiden Südthüringer Gebietskörperschaften auf vergleichsweise hohem Niveau von Neuansteckungen – mit zuletzt steigender Tendenz.

Vergangenes Frühjahr war es genau umgekehrt. Allerorten in der Republik waren Covid-Erkrankungen längst amtlich nachgewiesen, derweil Sonneberg und Hildburghausen zu Beginn des 19. März 2020 noch als letzte virenfreie Bastionen gehandelt wurden. Das Alleinstellungsmerkmal überdauerte freilich damals keinen Tag: Am 20. März vor einem Jahr meldete das Gesundheitsamt im Sonneberger Landratsamt die ersten drei Positiv-Befunde.

Ansteckung ist Familiensache

Am 1. Juni dieses Jahres besetzen Sonneberg und Hildburghausen nun – wieder gemeinsam – die Ränge der dieses Mal am meisten betroffenen Gebiete: Hildburghausen auf Platz 1, Sonneberg auf Platz 4 im Vergleich aller rund 400 Landkreise und kreisfreien Städte zwischen Ostsee und Alpen. Dabei hat sich das Ausbruchsgeschehen zumindest in den Einrichtungen zwischen Rennsteigregion und Föritztal nicht weiter zugespitzt. An der Grundschule Steinheid und in der Kindertagesstätte „Arche Noah“ in Sonneberg ist es bei der einen bekannten, im „Friedrich Fröbel“-Kindergarten in Haselbach und bei den Bachfelder „Kleine Socken“ bei zwei nachgewiesenen Infektionen geblieben. 14 Ansteckungen zählte das Landratsamt zuletzt im Sonneberger Azurit-Seniorenheim, wobei sich die Fälle je hälftig verteilen auf Bewohner und Personal.

Immerhin nennt Kreissprecherin Julia Thomae die Chancen gut, dass es bei diesem Aufkommen bleibt. Die Reihentests sind abgeschlossen, ohne weitere Feststellungen. Tatsächlich sei es ansonsten so, dass die aktuellen 58 Fälle binnen sieben Tagen, welche die Inzidenz für Sonneberg und Umgebung auf den Wert von 100 hochgetrieben haben, aus Ansteckungen im privaten bzw. häuslichen Bereich herrühren. „Es handelt sich immer um dem Gesundheitsamt schon bekannte Kontaktpersonen. Meistens sind es Angehörige – die Familie eben, Kinder oder deren Eltern.“ Eine Spekulation, wonach bei Garagenpartys oder Geburtstagsfeiern alle Vorsicht außen vor blieb? Mag Thomae ausdrücklich nicht bestätigen. „Den einen Hotspot gibt es nicht. Das verteilt sich alles querbeet im gesamten Landkreis.“

Zehn Kreisbürger liegen im Krankenhaus

Gestiegen ist auch einmal mehr die Zahl der Pandemie-Toten. Diese gab das Landratsamt am Dienstag mit 161 an. Konkret handelt es sich um einen 64-jährigen Mann aus Frankenblick, der am 23. Mai im Coburger Krankenhaus verstorben ist, sowie um eine 79-jährige Frau aus Sonneberg, die am 29. Mai im Sonneberger Krankenhaus verschied.

In den Regiomed-Kliniken des Landkreises werden – Stand Dienstag – insgesamt zehn Covid-19-Erkrankte stationär behandelt, alle im Krankenhaus Sonneberg.

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