Selenskyjs Dilemma
Nach Einschätzung des ukrainischen Präsidenten Selenskyj droht der Ukraine bei einem Nein zum Plan, die USA als Schlüsselpartner zu verlieren. Ohne Unterstützung der größten Militärmacht, die Waffen an die Ukraine verkauft und Daten für die Kriegsführung gegen Russland bereitstellt, würde eine Fortsetzung des Abwehrkampfs gegen die Invasoren deutlich erschwert.
Vance und Putin auf einer Linie
Der russische Präsident Wladimir Putin hält den 28-Punkte-Plan für eine Grundlage, einen Frieden zu erreichen. Russland hatte die Ukraine auf Befehl Putins am 24. Februar 2022 angegriffen.
Vance warf den Kritikern des Plans vor, die wahre Lage im Krieg zu verkennen. Auf X schrieb er: "Es gibt diese Fantasie, wenn wir bloß für mehr Geld, mehr Waffen oder mehr Sanktionen sorgten, wäre der Sieg greifbar."
Putin wirft den Europäern ebenfalls Unkenntnis der Lage vor. Sie hätten keine echten Informationen über die Lage auf dem Schlachtfeld. Russland werde seine Ziele militärisch erreichen.
US-Boykott des Gipfels
Die USA boykottieren den ersten G20-Gipfel auf afrikanischem Boden und können deshalb nicht direkt in Johannesburg angesprochen werden. Trump beklagt eine Diskriminierung weißer Minderheiten in Südafrika, insbesondere der sogenannten Afrikaaner, die Nachfahren niederländischer Siedler sind. Südafrika weist die Vorwürfe als unbegründet zurück. Fachleute sehen sie ebenfalls als nicht gerechtfertigt an.
Südafrika setzt trotz Ukraine-Krise Entwicklungsthemen durch
Wegen der Krisengespräche rückten die eigentlichen Gipfelthemen in den Hintergrund. Dennoch verabschiedete die G20-Runde die von Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa ausgehandelte Schlusserklärung. Er warb noch einmal für mehr Zusammenarbeit bei der Lösung globaler Probleme wie der Klimakrise und der größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich in der Welt. Der Gastgeber hatte die Themenschwerpunkte "Solidarität, Gleichheit und Nachhaltigkeit" für die G20-Präsidentschaft gesetzt.
Südafrika will G20-Vorsitz nicht symbolisch an USA übergeben
Die USA sind im kommenden Jahr Gastgeber des G20-Gipfels, auch wenn sie das Treffen in Johannesburg boykottieren. Südafrika will nun den jährlich wechselnden G20-Vorsitz am Sonntag nicht symbolisch übergeben, wie der Präsidentensprecher sagte. Die Übergabe ist für kommende Woche in der Hauptstadt Pretoria geplant.
Der Gruppe der G20 gehören 19 Staaten, die Europäische und die Afrikanische Union an. Für das kommende Jahr ist der G20-Gipfel in Miami geplant.