DFB-Pokal Meuselwitzer Hoffnung lebt elf Minuten

Fußball-Regionalligist ZFC Meuselwitz verkauft sich in der ersten Runde des DFB-Pokals teuer. Gegen den Karlsruher SC aus der zweiten Liga hat er aber kaum eine Chance.

Badener Spielverderber: Karlsruhes Lilian Egloff erzielt gegen Torwart Lukas Sedlak (Meuselwitz) das Tor zum 0:4. Foto: Robert Michael/dpa

Die Pokal-Hürde Karlsruher SC war für den ZFC Meuselwitz doch zu hoch. Trotz einer 0:5 (0:3)-Niederlage versteckte sich der thüringische Pokalsieger gegen den Fußball-Zweitligisten nicht und lieferte zumindest 20 Minuten in der ersten Halbzeit eine respektable Leistung ab. Dass es zu diesem Zeitpunkt durch Treffer von Fabian Schleusener (1.) und Nicolai Rapp (11.) 2:0 für die Gäste stand, tat dem keinen Abbruch. Die weiteren Treffer für den Favoriten markierten vor 4369 Zuschauern erneut Schleusener (42.), Lilian Egloff (52.) und Christoph Kobald (56.).

Nach der Werbung weiterlesen

Ohne einmal den Ball berührt zu haben, lag der gastgebende Regionalligist bereits nach 18 Sekunden im Rückstand. Eine Flanke erreichte Schleusener, der – umringt von drei ZFC-Akteuren – relativ unbedrängt zum erfolgreichen Kopfball ansetzen konnte. Das schnelle 0:2 aus ZFC-Sicht entsprang einem fulminanten 30-Meter-Schuss, der unhaltbar im ZFC-Tor einschlug. Doch Meuselwitz rappelte sich in der Folgezeit auf. Ab Minute 25 war eher kein Zwei-Klassen-Unterschied zu erkennen. Vielmehr machten die Zipsendorfer das Spiel und kamen durch René Eckardt (27.) – er traf nach einem Sololauf durchs KSC-Mittelfeld nur das Aluminium –, Andy Trübenbach (30.) und Florian Hansch (36.) zu drei Großchancen. Es rächte sich, dass die Möglichkeiten nicht genutzt wurden, denn Karlsruhes Schleusener machte noch in der ersten Halbzeit den Deckel drauf.

Entscheidender Nackenschlag

Und auch direkt nach dem Seitenwechsel leisteten sich die Hausherren zwei dicke Schnitzer. Zunächst wurde Torhüter Lukas Sedlak bei einem Abspiel gestört, der Ball landete im Tor. Und nach einer Ecke verpasste es die ZFC-Hintermannschaft, den Ball aus der Gefahrenzone zu köpfen. Am hinteren Pfosten musste Kobald die Kugel nur noch über die Linie drücken.

Fortan nahmen die Badener jegliches Tempo aus der Partie, ließen Meuselwitz wieder mehr am Spiel teilnehmen. Die sich bietenden Chancen wurden aber erneut nicht genutzt, sodass der ZFC auch im dritten DFB-Pokalspiel der Vereinsgeschichte und im ersten Aufeinandertreffen beider Mannschaften ohne eigenen Treffer blieb.

Was bleibt, ist dennoch eine sechsstellige Summe, die der Verein allerdings nicht in die Mannschaft investieren will. Vielmehr soll das Areal der Bluechip-Arena aufgepeppt werden und der Gesamtverein vom Auftritt der Fußballer profitieren.

Dabei hatten sich die Zipsendorfer Meuselwitzer einiges vorgenommen, wollten dem früherem Bundesligisten so lange wie möglich Paroli bieten. Dafür hätte sich die Mannschaft von ZFC-Trainer Georg-Martin Leopold bezüglich der Chancenverwertung zumindest eine kleine Scheibe vom Gegner abschneiden müssen.

Denn der KSC hatte keinerlei Mühe, die Pokalhürde ZFC Meuselwitz zu überspringen, präsentierte sich jederzeit professionell – sowohl was die Ausbeute als auch die Einstellung betrifft. Als vor der Pause Schleusener mit seinem zweiten Treffer zum 3:0 erhöhte, war auch den 4369 Zuschauern in der bluechip-Arena klar, dass das erhoffte Fußball-Wunder im Altenburger Land ausbleiben würde.

Denn ausgerechnet in der stärksten Phase ihres Spiels kassierten die bemühten Meuselwitzer den wohl entscheidenden Nackenschlag. Mit dem Ausbleiben eines Treffers in dieser Drangphase sollten sich die Angriffsbemühungen des ZFC in Halbzeit zwei in überschaubarem Rahmen halten, sodass der Ehrentreffer auch in den zweiten 60 Minuten nicht fiel.