Der Weg zu den Konzerten des Deutschlandfunks hoch über dem Rennsteig ist – sofern man sie nicht am Radio hört – immer der Gleiche: Vom Parkplatz geht es den steilen, stufigen Weg durch den herrlichen Buchenwald bis zum Eingangstor, an dem wohl jeder Besucher zunächst hinunter in die Stadt blickt und dann zur langen Seitenflanke von Thüringens Wahrzeichen, der Wartburg. Der Bummel über die Burghöfe, die Abendsonne, die hinter den Wäldern des Rennsteigs versinkt, der verweilende Blick auf das Spiel der weißen Tauben, die hier oben ihr Zuhause haben, und dann die Treppe hinauf in den einzigartigen Saal im romanischen Palas, den schon die Heilige Elisabeth kannte: Das ist die unbeschreibliche, die besondere Aura, die Besucher wie Künstler eines jeden Konzerts seit Jahrzehnten gefangen nimmt – am vergangenen Freitag nun zum 400 Mal.