In Paris Ramelow mahnt aktives Holocaust-Gedenken an

Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen und amtierender Bundesratspräsident, wird von Gérard Philippe René André Larcher, dem Präsidenten des französischen Senats, mit militärischen Ehren begrüßt. Foto: Jacob Schröšter/Bundesrat/dpa/dpa

Bundesratspräsident Bodo Ramelow (Linke) hat bei einem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte in Paris zu einem aktiven Gedenken an die Judenverfolgung aufgerufen.

Paris - "Wir müssen uns im Klaren sein, dass alsbald keine Zeitzeugen mehr leben", sagte der Thüringer Ministerpräsident am Donnerstag. "Jeder dieser Orte muss eine eigene Kraft haben, damit wir das Gedenken nicht den Leugnern und Umdeutern überlassen", sagte er mit Blick auf die künftige Gedenkstättenarbeit.

Ramelow legte in der Gedenkstätte Mémorial de la Shoah in Paris einen Kranz nieder und sprach mit Beate und Serge Klarsfeldt. Das deutsch-französische Ehepaar, das den Holocaust überlebte, kümmert sich mit einem Verein um Kinder deportierter Jüdinnen und Juden in Frankreich. Angesichts wachsender antisemitischer Tendenzen, auch unter Corona-Leugnern, sei ein aktives Holocaust-Gedenken hochaktuell, sagte Ramelow.

Der Ministerpräsident war in seiner neuen Funktion als Bundesratspräsident erstmals nach Paris gereist. Er traf dort seinen Amtskollegen Gérard Larcher, den Präsidenten des französischen Senats, zu politischen Gesprächen. Er vereinbarte mit Larcher ein Treffen in Erfurt unter Beteiligung des polnischen Senatsmarschalls Tomasz Grodzki, um das sogenannte Weimarer Dreieck zu beleben, also Konsultationen zwischen Frankreich, Deutschland und Polen.

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