Wirtschaftlicher Aufschwung
Noch wichtiger: Auch finanziell steht der DFB, der 2022 ein strukturelles Defizit von jährlich 20 Millionen Euro verzeichnete, wieder besser da. "Im Hinblick auf die Finanzen standen wir an einem gefährlichen Kipppunkt", sagte Neuendorf im Rückblick und verkündete stolz: "Wir haben den DFB auf eine wirtschaftlich solide Basis gestellt. Wir werden 2029, also am Ende der kommenden Wahlperiode, schuldenfrei sein."
Und nicht nur das: Neben der kompletten Tilgung des 75-Millionen-Euro-Kredits für den Bau des DFB-Campus will der Verband bis zu diesem Zeitpunkt Rücklagen von mehr als 100 Millionen Euro bilden, kündigte Schatzmeister Stephan Grunwald an.
Hilfreich sein wird dabei der neue Ausrüstervertrag mit Nike, der dem DFB dem Vernehmen nach 100 Millionen Euro einbringen soll. Mit den Einnahmen will Neuendorf vor allem den Bereich Nachwuchs/Amateure stärken. Schon jetzt investieren der DFB und seine Landesverbände rund 125 Millionen Euro pro Jahr in den Amateurfußball. "Ein kraftvolles Statement, wie ich finde", sagte Neuendorf und appellierte: "Daran sollten wir festhalten."
DFB kämpft vor Gericht um viel Geld
Ist also alles paletti beim DFB? Nicht ganz, denn der Verband kämpft juristisch immer noch mit einigen Altlasten. Nach dem Sommermärchen-Prozess, der im Juni mit einer Geldstrafe (130.000 Euro) für den Verband endete, läuft derzeit vor dem Landgericht Frankfurt ein weiteres Steuerstrafverfahren. Darin geht es um eine mögliche falsche Deklarierung der Einnahmen aus der Bandenwerbung in den Jahren 2014 und 2015.
Weiter anhängig ist zudem eine DFB-Klage vor dem Finanzgericht Kassel wegen der Aberkennung der Gemeinnützigkeit für 2006 und einer daraus resultierenden Steuernachzahlung. Inklusive Zinsen geht es dabei um rund 26 Millionen Euro.