Deutsches Spielzeugmuseum Trockene Mauern und neue Räume

Mit Geld der Europäischen Union gelang es, des Altbau des Deutschen Spielzeugmuseums in Sonneberg grundhaft zu sanieren. Neu gestaltete Räume im Erdgeschoss beherbergen unter anderem Eine Heimarbeiterstube und wechselnde Sonderausstellungen.

Am späten Freitagnachmittag zum Auftakt des Stadt- und Museumsfestes weihte der Landkreis Sonneberg mit zahlreichen Gästen aus Politik und Verwaltung den zweiten großen Bauabschnitt am Deutschen Spielzeugmuseum Sonneberg ein. Er behebt schwerwiegende Probleme an der Gebäudesubstanz des beliebten Ausflugsziels. Der amtierende Landrat Jürgen Köpper dankte allen Beteiligten und nannte dies einen Meilenstein und Schub für die Zukunft. Schwerpunkt der von September 2018 bis März 2022 andauernden Bauarbeiten war die Trockenlegung und Sanierung des Erdgeschosses im historischen Altbau. Architekt Ulrich Junk betonte, wie viel Herzblut die Bauleute in dieses Projekt gesteckt haben.

In den neu gestalteten Räumlichkeiten im Erdgeschoss wird den Gästen eine erweiterte Dauerausstellung zeitgemäß präsentiert. Dies schließt unter anderem die Heimarbeiterstube ein, welche eine Vorstellung der hiesigen Spielzeugherstellung im 19. Jahrhundert vermittelt.

Fleischmann zwinkert

Zudem widmet sich ein weiteres neues Zimmer dem bekannten Sonneberger Spielwarenfabrikanten und Mäzen, Adolf Fleischmann. Endlich hat das Museum zudem auch wieder Platz für Sonderausstellungen. Aktuell ist dort die Premierenschau „Ost und West. Spielgewohnheiten im geteilten Deutschland“ zu sehen. Das neu gestaltete Erdgeschoss beherbergt auch einen neuen Raum für die Museumspädagogik. Hierzu zählt auch eine angeschlossene Küche für Kindergeburtstage.

Auch waren Bereiche der ehemaligen Turnhalle der Handelsschule Teil des Zweiten Bauabschnitts. Hierbei wurden die statische Sicherung sowie die Sanierung des Daches und eines Teils der Fassade umgesetzt.

Das Maßnahmenpaket hatte einen Kostenrahmen von rund 3,3 Millionen Euro und wurde über das Land mit rund drei Millionen Euro gefördert. Bei der Fördersumme entfallen rund 2,66 Millionen Euro auf Mittel der EU sowie auf einen Landesanteil in Höhe von 332 200 Euro. Ebenfalls 332 200 Euro beträgt der kommunale Eigenanteil, der zu 70 Prozent vom Landkreis als Träger des Museums und Bauherr der Maßnahme sowie zu 30 Prozent von der Stadt Sonneberg als Kooperationspartner finanziert wurde. Erinnert wurde an den Einsatz von Bürgermeisterin Abel und Landrätin a.D. Zitzmann.

Bürgermeister Heiko Voigt blickte auf die Baugeschichte zurück: Im Jahr 2014 war der erste Bauabschnitt fertiggestellt worden. Ein Erweiterungsbau beherbergt die restaurierte „Thüringer Kirmes“, den Museumsshop, moderne Sanitäranlagen, einen Aufzug und weitere wesentliche Neuerungen, die dem Museum über viele Jahrzehnte fehlten. Voigt zeigte sich stolz auf die moderne Gestaltung . In den Folgejahren entstand ein Besucherparkplatz unter Federführung der Stadt Sonneberg. Diese städtebauliche Maßnahme wurde durch die EU sowie durch den Freistaat Thüringen gefördert und der Landkreis beteiligte sich mit einem Zuschuss an den Eigenmitteln der Stadt

Jörg Schmid von der Thüringer Staatskanzlei lobte die fruchtbringende Zusammenarbeit von der EU, über Land, Kreis und Kommune.

Zu den Gratulanten gehörte auch Marietta Schlütter, Geschäftsführerin des Regionalverbundes Thüringer Wald. „Die Neugestaltung und Erweiterung ist hervorragend gelungen“, sagte sie. Speziell das Spielzeugmuseum sei ein „Schaufensterprodukt“ und wichtiger Bestandteil der Tourismuskonzeption Thüringer Wald 2025.

Deutsches Spielzeugmuseum

Gründung
1901 auf Initiative des Lehrers Paul Kuntze (1867–1953) gegründet. Seit 1938 in einem 1901 ursprünglich für die Industrie- und Gewerbeschule des Meininger Oberlandes errichteten Gebäude untergebracht.

Sammlung
Bei der Gründung war Spielzeug nur einer von mehreren Sammelschwerpunkten des Museums. Heute verfügt es über einen Bestand von etwa 100.000 Objekten, darunter etwa 60.000 Spielzeuge aus aller Welt. Zu bedeutenden Ausstellungsstücken zählen Thüringer Porzellanpuppen aus dem 19. Jahrhundert, früheste Käthe-Kruse-Puppen, Holzspielzeug aus verschiedenen Regionen, Spielzeug aus dem alten Ägypten sowie antikes Spielzeug aus Griechenland und Rom. Des Weiteren sind Spielautomaten mit beweglichen Figuren zu sehen. Zu den aus heutiger Sicht bedeutendsten Beständen des Museums gehören die Schaustücke „Thüringer Kirmes“ und „Gulliver in Liliput“.

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