Deutscher Athlet sucht Sponsor Nanu? - Drei Fragezeichen auf einem Biathlon-Gewehr

Das kommt selten vor. Ein DSV-Skijäger hat an exponierter Fläche (noch) keinen Werbepartner.

Drei Fragezeichen am Hinterschaft: Geschickt weist Lucas Fratzscher auf seine freie Werbefläche am Gewehr hin. Foto: Imago/TT

Ein deutscher Biathlet ohne Waffensponsor? Ja, auch das soll es geben. Genauen TV-Beobachtern dürfte beim Saisonstart am Wochenende aufgefallen sein, dass Lucas Fratzscher am Hinterschaft seiner Waffe sehr auffällig drei Fragezeichen präsentierte. „Ja, ich suche einen Waffensponsor und ab und an ist das selbst im Biathlon schwierig“, bestätigte der 31-Jährige vom WSV Oberhof auf Nachfrage, und seit dem Wochenende gebe es diesbezüglich auch keine Anfragen. Zudem bestehe kein Zusammenhang zum Film „Die drei Fragezeichen“, fügte er schmunzelnd hinzu.

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Dabei hatte Fratzscher im Verbund mit seiner Freundin und Teamkollegin Marlene Fichtner in der Single-Mixed-Staffel für einen der wenigen Lichtblicke im deutschen Team am großen Staffel-Auftakt-Wochenende in Schweden gesorgt. Nur 0,5 Sekunden fehlten dem Duo zu Platz drei. Zuvor hatte gerade Fratzscher in der jüngsten aller Weltcup-Disziplinen mit guten und zügigen Schießeinlagen geglänzt – ohne Sponsor auf dem Gewehr.

Dass er und seine Freundin gemeinsam für den schießlastigen Wettbewerb nominiert wurden, war mehr Zufall. „Das hat sich angesichts der verschiedenen Nominierungsüberlegungen am Ende so ergeben“, erklärt Fratzscher: „Aber es hat wunderbar gepasst, und es war auf jeden Fall echt ein cooles Rennen.“

Wechsel: Lucas Fratzscher übergibt an seine Freundin und Teamkollegin Marlene Fichtner. Foto: Imago/Mauri Levandi

An diese Vorstellung möchte der Hobby-Kletterer und -Surfer nun in Woche zwei der Östersund-Rallye anknüpfen. Dabei stellt sich der Routinier für den Einzel am Mittwoch (15.05 Uhr/ARD) sowie Sprint (Samstag) und Verfolgung (Sonntag) auf weiterhin wechselnde Bedingungen am Schießstand und schnelle Runden ein. „Der Schießstand ist sehr windanfällig und hat damit seine Tücken. Und die Strecke ist sehr schnell. Da muss man in den Abfahrten und rasanten Kurven hellwach sein“, blickt er voraus.

Dank des Gewehrs bieten sich beim Biathlon viele Sponsorenflächen und weit mehr als anderen Sportarten. Neben den Kopfsponsoren auf der Stirn und an der Seite befinden sich wie bei Fratzscher am vorderen Teil des komplexen Sportgeräts gleich drei Werbeflächen. Hinzu kommen das Tragegestell sowie mögliche Erlöse über die Ausrüstung wie Ski, Stöcke, Handschuhe und Brille. Weltmeisterin und Weltcup-Gesamtsiegerin Franziska Preuß verdient so laut Sport Bild etwa 200.000 Euro pro Saison, wobei ihr der Kopfsponsor 70.000 Euro plus Prämien zahlt.

Die Biathleten profitieren dabei wie die Skispringer und Alpinen von ihrer großen TV-Präsenz.