Vor knapp zwei Jahren hat es sie eiskalt erwischt. Seit dem ist eine schwarze Kunststoff-Tonne auf der Terrasse eine besondere Quelle kleinen Winterglücks. Josefine Seeber aus Hildburghausen ist eigentlich so gar kein Wintermensch, erzählt sie über sich. Sie liebt Licht und Sonne und ist während der warmen Jahreszeiten gefühlt ein anderer Mensch. Mittlerweile hat sie einen Weg gefunden, gut durch den hiesigen Winter zu kommen: Eis! Früh morgens, wenn die Welt um sie herum noch schweigt, die Sterne und der Mond am Himmel stehen und der Tag unberührt ist, geht sie leichtfüßig über ihre Terrasse – im kuschligen Wohnzimmer des Holzhauses lodert dann schon der Ofen und ein heißer Kakao steht bereit – und steigt in eine Tonne mit eiskaltem Wasser. Dabei konzentriert sich sich vollkommen auf ihre Atmung, suggeriert damit dem Körper, dass die Kälte keine Gefahr bedeutet. Die unzähligen Nadelstiche, die vermeintlich unter die Haut gehen, wenn diese extremer Kälte ausgesetzt ist, spürt sie kaum noch – nur noch an den Armen gelegentlich.