Denkmaltag in Suhl Einblicke in alte Schmiede und SED-Sitz

Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag in Suhl gibt es Einblicke in die Schillingschmiede und ins Neue Rathaus sowie klassische Musik bei „Hör mal im Denkmal“ in der Villa Sauer.

Blick in den ansonsten nicht frei zugänglichen Plenarsaal des Neuen Rathauses. Hier gibt es zum Denkmaltag Präsentationen zur Geschichte der einstigen SED-Bezirksleitung. Foto: SV

Seit über 30 Jahren findet der Tag des offenen Denkmals bundesweit statt. Auch in Suhl öffnen am Sonntag, 14. September, wieder bedeutende Baudenkmale ihre Türen und machen Geschichte vor Ort erlebbar. Unter dem diesjährigen Motto der Deutschen Stiftung Denkmalschutz „Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?“ wird die besondere Bedeutung historischer Bauten für die Region aufgezeigt und dazu eingeladen, den geschichtlichen und gesellschaftlichen Wert von Denkmalen zu entdecken. Was macht ein Gebäude wertvoll, warum ist es erhaltenswert und welche Geschichten erzählen uns historische Orte heute noch?

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„Ein traditionsreicher Ort des metallverarbeitenden Handwerks ist die Schillingschmiede, die von 13 bis etwa Uhr geöffnet ist. Dort werden derzeit durch den in der historischen Schmiede tätigen Springer-Schmied die historischen Fenster im Bestand saniert. Der aktuelle Arbeitsstand kann beobachtet werden. Eine kleine Ausstellung informiert über die Geschichte der Schmiede, auf Wunsch werden Führungen angeboten. Abgerundet wird das Programm durch Kaffee und Kuchen in malerischer Lage direkt an der Lauter“, kündigt der Suhler Stadtsprecher Steffen Hertel an.

Führung durchs Verwaltungsgebäude

Im Mittelpunkt der Suhler Veranstaltung stehe in diesem Jahr das Neue Rathaus, ein eindrucksvolles Zeugnis der DDR-Architektur und früher Sitz der SED-Bezirksleitung. „Heute ist das Gebäude Verwaltungszentrum der Stadt, doch sein geschichtlicher Hintergrund und seine architektonische Bedeutung machen es zu einem spannenden Baudenkmal. Von 14 bis 18 Uhr erhalten Besucherinnen und Besucher spannende Einblicke in die Architektur, Nutzungsgeschichte und Denkmalwerte des Neuen Rathauses“, so Hertel. Der Plenarsaal ist normalerweise nicht öffentlich zugänglich, am Sonntag aber erfolgt dort um 14 Uhr die Eröffnung des Denkmaltags durch Oberbürgermeister André Knapp. Um 14.30 und 16 Uhr wird von der Suhler Historikerin Anke Geier eine Präsentation im Plenarsaal zur Geschichte der einstigen SED-Bezirksleitung angeboten. Zudem finden um 15 und 16.30 Uhr Architektur-Führungen durch das Haus mit Stadtkonservatorin Kyra Unverzagt statt. Anlässlich der Veranstaltung wird auch das diesjährige Faltblatt über das Neue Rathaus ausgegeben. Darüber hinaus werden die Ausgaben der Vorjahre zum Verkauf angeboten. Für das leibliche Wohl sorgt die Paul-Greifzu-Schule mit Kaffee und Kuchen.

Konzert in der Villa Sauer

In der Villa Sauer gibt es am Sonntagnachmittag ein klassisches Konzert mit dem Trio d´anches der Meininger Hofkapelle. Seit ein paar Jahren führt auch das Provinzschrei-Festival eigene Veranstaltungen am Denkmaltag durch und beteiligt sich somit am deutschlandweiten Gesamtprogramm, teilt Hendrik Neukirchner, geschäftsführender Projektmanager des Provinzkulturvereins, mit. Unterstützt wird dies durch die Veranstaltungsreihe „Hör mal im Denkmal“ der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Ab 16 Uhr gastiert das Trio d´anches in der altehrwürdigen Villa. Ein Trio d’anches (franz. Rohrblatt-Trio) ist ein Ensemble aus Oboe, Klarinette und Fagott. Diese Ensembles etablierten sich seit 1920 in Paris und sind bis heute die wichtigste Kammermusikbesetzung für drei Holzbläser. Obwohl instrumental ähnlich besetzt, kommt in dieser Triobesetzung jedes Instrument zu seiner eigenen, vollen Entfaltung.

Christine Leipold (Oboe), Hagen Biehler (Klarinette) und Alexander John (Fagott/Texte) sind allesamt Mitglieder der berühmten Meininger Hofkapelle, die zu den ältesten und traditionsreichsten Klangkörpern in Europa zählt. In der Villa Sauer werden sie ein abwechslungsreiches Programm mit Werken von John Barbirolli, Ludwig van Beethoven, Wolfgang A. Mozart, Ferenc Farkas, Jacques Ibert und Johan Agrell vorstellen. Um den Bläsern zwischendurch die Möglichkeit zu geben, Luft zu holen, ist es schon Tradition des Trios, seine Programme literarisch abzurunden. Dazu wird der Fagottist Alexander John kurzweilige Prosa rezitieren.

Weitere Informationen und Tickets gibt es in den bekannten Vorverkaufsstellen, darunter auch in der Suhler Geschäftsstelle von „Freies Wort“, Gothaer Straße 9, oder übers Internet unter

www.provinzkultur.de

Klassisches Konzert in der Suhler Villa Sauer am Sonntag, 14. September, 16 Uhr, mit dem Trio d´ anches der Meininger Hofkapelle.