Hildburghausen Demo gegen Corona-Maßnahmen: Landrat ist schockiert

Schützt sich selbbst und ist schockiert von Maßnahmen-Gegnern: Landrat Thomas Müller. Foto: ari/Michael Reichel)

Landrat Thomas Müller ist schockiert von der Demonstration gegen Corona-Maßnahmen am Donnerstagabend in Hildburghausen vor dem Hintergrund immer weiter steigender Fallzahlen.

Hildburghausen - Die Inzidenzkurve in der Corona-Pandemie zeigt im Landkreis Hildburghausen nach wie vor nach oben. Mit einem Sieben-Tage-Wert von 1385,3 hat der Landkreis einen Höchststand erreicht. Wegen der enorm steigenden Fallzahlen im Landkreis Hildburghausen blickt Landrat Thomas Müller (CDU) schockiert auf die Zusammenkunft von mehr als 100 Personen, die sich am Donnerstagabend im Bereich des Marktplatzes der Kreisstadt versammelt hatten, um gegen die geltende Corona-Verordnung zu demonstrieren. „Es ist beschämend und mir unbegreiflich wie man ein solches Verhalten an den Tag legen kann, während unsere Intensivstationen überfüllt sind. Ärzte und Pfleger sind am Ende ihrer Kräfte und manch einer denkt, dass er noch gegen Maßnahmen demonstrieren muss, die uns vor dieser Überlastung schützen sollen“, sagte Müller. „Die Polizei hat in diesem Fall richtig reagiert und die Zusammenkunft aufgelöst, als seitens der Demonstranten nicht auf Abstandsregelungen oder die Maskenpflicht reagiert wurde.“

Die steigenden Fallzahlen haben Konsequenzen für die Arbeit im Landratsamt. „Neben dem Gesundheitsamt sind im Landratsamt inzwischen auch weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dem Gesundheitsamt zugeordnet worden, um die Flut an positiven PCR-Ergebnissen abzuarbeiten“, teilt Tim Pechauf, Koordinator Öffentlichkeitsarbeit, am Freitag mit.

Damit im Zusammenhang steht auch die seit 24. November geltende Allgemeinverfügung des Landkreises, laut der jeder, der per PCR-Test positiv auf das Corona-Virus getestet wurde, vom Tag der Testung an für 14 Tage in Quarantäne versetzt wird. Diese Anordnung geschieht automatisch und bedarf keiner telefonischen oder schriftlichen Anordnung des Gesundheitsamtes mehr. Außerdem haben sich positiv-Getestete eigenständig mit ihren personenbezogenen Daten beim Gesundheitsamt zu melden. Ein Kontaktformular ist dafür auf der Homepage des Landkreises bereitgestellt.

Unterstützung bei der Arbeit in der Corona-Pandemie erhält ab Montag der kommenden Woche das Regiomed Krankenhaus in Hildburghausen mit fünf Bundeswehrsoldaten. Der Landkreis hat auch für die Helios Fachkliniken und das Landratsamt entsprechende Hilfeleistungsanträge gestellt. Weiterhin haben sich auch mehrere Städte und Gemeinden dazu bereit erklärt das Landratsamt personell bei der Pandemiebewältigung zu unterstützen. „Diese Unterstützung ist enorm wichtig und ich bedanke mich für diesen Zusammenhalt innerhalb des Landkreises“, sagte Thomas Müller.

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