Obwohl der Palast nur 14 Jahre, 4 Monate und 27 Tage offen hatte, verbinden viele Menschen mit ihm auch heute persönliche Erinnerungen - vielleicht gemischt mit einem Schuss Ost-Nostalgie. "Der Palast ist ein Symbol der DDR-Erinnerung, gerade weil er verschwunden ist", sagt Historiker Wolle.
Sollte DDR-Zeugnis weg?
Bis heute hält sich die These, Asbest sei nicht der eigentliche Grund für den Abriss gewesen, vielmehr habe man ein Stück DDR-Geschichte tilgen wollen. "Das ist Unsinn", sagt Berlins früherer Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU). Entscheidender Punkt sei die hohe Asbestbelastung gewesen. Ein Festhalten am Palast wäre teurer geworden als ein Neubau an seiner Stelle.
"Dass der Palast der Republik in hohem Maße asbestbelastet war, ist unstrittig und war der Grund für seine Schließung vor der Wiedervereinigung", sagt auch der Generalintendant des Humboldt Forums, Hartmut Dorgerloh. Indes habe nach der Wiedervereinigung das bauliche Erbe der DDR keine größere öffentliche Wertschätzung erfahren. Auch sei die überwiegend hohe Identifikation vieler Menschen mit dem Palast der Republik nicht erkannt und anerkannt worden.
Dorgerlohs 2020/2021 eröffnetes Haus macht heute in der Hülle des Schlosses Weltgeschichte erlebbar. Verteilt an verschiedenen Stellen sind auch Originale aus dem Palast der Republik zu sehen. Dazu gehören Designobjekte wie das Wegeleitsystem, ein Monitor der Stasi, ein Wandrelief und andere Kunstwerke.