Es kommt nicht übermäßig oft vor, dass ein Zeuge vor Gericht mit so großer Spannung erwartet wird wie der Mann im Sicherungsverfahren um den Angriff einer Frau auf die Polizei in Eisenach, der zurzeit am Landgericht Meiningen verhandelt wird. Die 43-jährige Beschuldigte hat mehrfach ausgesagt, sie habe die Molotow-Cocktails in die Polizeiinspektion geworfen – werfen müssen –, weil sie habe Aufmerksamkeit erzwingen wollen für ihre Nöte, nachdem jener Zeuge – der der Sohn eines sehr mächtigen Mannes in der Justiz sei – sie seit Jahren stalke. Ihr Leid zufüge, zufügen lasse, sie überwache, überwachen lasse, internationale und kriminelle Verstrickungen ausgelöst habe. Und „der Staat“ ihr nicht helfe. Lange war nicht klar, ob es den Zeugen überhaupt gibt oder ob er nur im – mutmaßlichen – Wahnsystem der Frau existiert. Zumal sich bei der Überprüfung der Aussagen über dessen angeblichen Vater wohl schnell gezeigt hat, dass es weder den genannten Titel noch jemanden auch nur ähnlichen Namens in einer hohen Position im Justizsystem in Thüringen zu irgendeiner Zeit gegeben hat.
„Das ist völlig krass“ Ungeahnte Folgen eines Club-Abends
Redaktion 23.03.2026 - 18:00 Uhr