Das geteilte Glück Kleine Momente – große Wirkung

„Menschen zu finden, die mit uns fühlen und empfinden, ist wohl das schönste Glück auf Erden“, sagt Carl Spitteler. Wir geben uns diesem Zitat vollkommen hin. Sie auch?

Gleichbergmomente machen glücklich – unzählige Mal getestet von Unmengen an Menschen. Foto: Daniela Rust

Wenn ich Tag für Tag im Landkreis Hildburghausen unterwegs bin, dann gibt es diese Augenblicke, in denen ich bewusst langsamer werde. Ich schaue mich um, atme tief ein – und frage mich: Wo versteckt sich heute das kleine Glück? Es zeigt sich selten mit Pauken und Trompeten. Eher in den leisen Zwischentönen des Alltags. In einem Sonnenstrahl, der durch das Fenster fällt. An einer Blume am Wegesrand. Oder in dem kurzen, ehrlichen Lachen zweier Menschen, die sich auf der Straße begegnen.

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Redakteurin Daniela Rust. Foto: Redaktion

Diese kleinen Glücksmomente verändern nichts Weltbewegendes – und doch verändern sie alles. Sie machen das Herz leicht, schenken Zuversicht und verbinden uns mit unserer Umgebung. Sie zeigen: Das Leben ist kostbar, genau hier, genau jetzt. In unserer schnellen Zeit, in der oft die Schlagzeilen und Sorgen den Ton angeben, geraten diese Momente allzu leicht in den Hintergrund. Dabei sind sie es, die uns Halt geben. Die uns empfinden lassen: Das Schöne ist gar nicht weit weg, sondern direkt vor unserer Haustür – im Landkreis Hildburghausen, in unserer Nachbarschaft, in unserem Miteinander.

Was macht Sie glücklich?

Ich wünsche mir, dass wir wieder sensibler werden für diese stillen Freuden. Dass wir ihnen Raum geben. Sie bemerken. Und: dass wir sie teilen. Darum lade ich Sie heute ein, liebe Leserinnen und Leser: Erzählen Sie uns von Ihren Glücksmomenten. Was hat Sie in den letzten Tagen berührt, erfreut, zum Lächeln gebracht? Vielleicht war es ein freundliches Wort vom Bäcker, ein Spaziergang durch die Felder bei Sonnenuntergang, das spontane Gespräch mit einer Freundin oder ein Lied im Radio, das Sie in Ihrer Erinnerung zurückreisen ließ.

Es müssen keine großen Geschichten sein – im Gegenteil. Es sind oft gerade die kleinen Dinge, die uns tief bewegen. Und gerade diese möchten wir sichtbar machen. Wir sammeln Ihre Beiträge, Worte und Bilder – nicht nur, um sie zu lesen, sondern um damit etwas zu schaffen: ein Band der Freude, das sich durch unseren Landkreis zieht. Denn: Glück, das man teilt, wird größer. Es steckt an. Es zeigt uns, dass wir nicht allein sind mit dem Wunsch nach Wärme, Hoffnung und Verbundenheit.

Zugeflogener Glücksbotschafter. Foto: Daniela Rust

Diese gemeinsame Aktion soll Mut machen. Sie soll uns alle einladen, hinzusehen – und das Schöne wieder bewusster wahrzunehmen. In einer Welt, die oft laut und unübersichtlich ist, kann so ein Moment des Innehaltens ein echter Lichtblick sein.

Schicken Sie uns also Ihre Glücksmomente – Ihre persönlichen Herzblicke. Lassen Sie uns gemeinsam zeigen, wie reich das Leben im Landkreis Hildburghausen ist, wenn wir es mit offenem Blick und offenem Herzen betrachten. Gemeinsam schaffen wir eine Welle der Freude, die unser Miteinander stärkt – und unseren Alltag heller macht.

Meine magischen Momente

Während ich das schreibe, durchstreifen so viele kleine Impulse meine Gedanken – und ich stelle fest: Alleine die vergangenen Tage haben mir immer wieder kleine und große Glücksboten geschickt – tierische, fotografische, lustige, überraschende.

So war es erst neulich, als ein kleines, rotbraunes Wesen meinen Weg kreuzte. Ein Eichhörnchen – flink, neugierig, lebendig. Für einen Atemzug standen wir uns gegenüber: mein Blick voller Überraschung, seiner voller Eile. Und doch war da ein Funke Verbindung, ein flüchtiger Zauber mitten im Alltag. Ich liebe Eichhörnchen.

Kurz darauf entdeckte ich sie – überall am Wegesrand: himmelblaue Wegwarten, wie kleine Sterne in der Sommersonne. Sie blühen unbeirrt, scheinbar absichtslos schön. Und ich dachte: Wie viel Freude uns die Natur schenkt, wenn wir nur hinschauen. Und als ich diese Schönheit in meinen Whatsapp-Status stellte, schickte mir die Mutter einer Freundin eine wunderschöne romantische Legende zu diesem Fotomotiv.

Auch ein Abend, der ganz der Kunst und den Begegnungen gehörte, hat mein Herz erfüllt. Gespräche, Bilder, leuchtende Augen – Menschen, die etwas zeigen wollen, das aus ihrem Innersten kommt. Es sind solche Momente, in denen man spürt: Schönheit ist nicht nur etwas Äußeres – sie lebt zwischen uns, sie ist spürbar.

An einem anderen Tag wurde ich eingeladen – ganz spontan, ganz herzlich – zu einem Sonntagsfrühstück bei einer Freundin. Noch der Duft von Kaffee in der Luft, noch ein Lächeln vom Aufwachen auf den Lippen. Wir saßen dort, ohne Plan, aber mit offenen Herzen. Diese ungeplanten, echten Begegnungen – sie nähren mehr, als es Worte sagen können.

Sommer in der Ferne

Dann kam ein Foto. Aus Frankreich. Von lieben Freunden, die mir mit einem einzigen Schnappschuss ein Stück ihrer Welt, ihrer Freude, ihres Sommers schenkten. So einfach, so kostbar – ein Gruß, der über Länder hinweg Wärme bringt.

Und dann war da dieser Sommerabend auf meiner Terrasse. Die Luft war weich, die Zeit floss langsam, und neben mir: meine beiden Töchter. Lachen, Gespräche, ein Gefühl von Zuhause, das man nicht erklären kann – nur fühlen.

Glück wächst auch am Küchenfenster. Foto: Daniela Rust

Ein Recherche-Termin führte mich nach Haina. Eigentlich beruflich – und doch wurde es viel mehr. Ein Gespräch, das tief ging. Menschen, die einst in den USA lebten und nun hier ein neues Kapitel schreiben. Zwischen uns: Fragen über das Leben, über Heimat, über das, was zählt. Es war nicht nur eine Recherche, es war Begegnung auf Augenhöhe. Und ich ging mit mehr zurück, als ich gesucht hatte.

Ein Abendessen mit einem alten Freund ließ Erinnerungen lebendig werden. Worte flossen leicht, als hätten sie nur gewartet, wieder gesprochen zu werden. Wie tröstlich es ist, wenn Zeit keine Distanz schafft – sondern Tiefe.

Wie eine Perlenkette

Und dann: der kleine Gleichberg. Jede Minute dort ist ein Geschenk. Die Stille. Der Blick. Das Gefühl, dass man nichts braucht, außer genau diesen Moment.

Zuletzt – Cacao und Tiefgang. Mit einer Seelenschwester. Ein Miteinander, das still versteht, was das Herz nicht laut sagen muss. Wärme, Wahrheit, Weite. So einfach. So echt.

Diese vielen kleinen Momente haben sich wie Perlen an eine unsichtbare Kette gereiht. Jeder für sich zart, gemeinsam ein Schatz. Sie haben mich lächeln lassen, mein Herz tanzen, mich still dankbar gemacht. Und ich weiß, dass es davon so viel mehr gibt.

Schicken Sie uns Ihre kleinen Glücksmomente in Worten, Fotos oder Zeichnungen an: lokal.hildburghausen@freies-wort.de

Persönliche Glücksmomente – geteilt

Von Katja Wollschläger Foto: privat

Glück fliegt, summt, erzählt. Glück ist überall. Auch in Worten. Und die liebe ich – wie das Schreiben auch. Am liebsten sitze ich auf meiner Terrasse, umgeben von duftenden Pflanzen, die zu lächeln scheinen, lausche dem fröhlichen Vogelgesang und dem tiefen Summen der fleißigen Hummeln.

Ich sitze da, höre, sehe, denke – und schreibe. Meistens lächle ich dabei. Ich erinnere mich an Gespräche, Begegnungen. Bilder entstehen in meinem Kopf, werden lebendig und zaubern diese positive Entspanntheit in mein Gesicht. Ich kann’s nicht beeinflussen.

Doch wenn das Lächeln da ist, fließen die Worte, dann schreibe ich und schreibe – aus Worten werden Sätze, die eine Geschichte erzählen. Arbeit wird zum Vergnügen. Erst kürzlich hatte ich einen unglaublich hektischen Tag.

Termine und Telefonate jagten einander. Am Nachmittag noch ein Telefoninterview. Doch das rettete meinen Tag. Countrysänger Lonnie Dale holte mich aus dem Alltag. Es war das, was er erzählte aber auch die Art, wie er redete. Es entspannte und ließ mich lächeln. Ja, sie lauern überall, kleine Glücksmomente. Auch das zu wissen, erzeugt ein tiefes Gefühl von Glück.

Ein Moment in Gemeinschaft

Von Peter Lauterbach Foto: Michael Reichel

Der letzte Termin – leicht fällt er mir nicht am Ende eines langen Tages. Noch einmal ins Auto. Hinauf auf den Rennsteig. Vorbei an den kahlen Flächen, die Dürre und Borkenkäfer hinterließen und auf denen junges Grün alsbald gewinnen wird. Ein paar Fotos, ein kurzes Gespräch – so ist der Plan.

Doch daraus wird nichts: Rappelvoll der Wanderparkplatz in Friedrichshöhe. Lauter Menschen, die es zu einem schlichten Abendspaziergang mit Musik auf die Höhe zieht. Die kleine Mühe, sich noch einmal aufzuraffen, scheuen sie nicht.

Obwohl es doch nichts weiter ist als ein kurzes Stück Weg um den Ort herum, kommen sie zusammen, stehen auf vor ihren Autos, lachen und erzählen, begrüßen sich, singen gemeinsam das Rennsteiglied, wandern über die Wiesen, hören den Alphornbläsern zu und dem Geschichtenerzähler aus dem benachbarten Masserberg. Nichts Aufregendes, nichts Weltbewegendes.

Und doch: Freude. In den Gesichtern, den Augen, den Worten. Was ist es, dass so viele in diesem Moment verbindet? Das Glück. Es hat nichts gekostet außer der Mühe, es am Wegesrand aufzulesen. Und ich? Ich bleibe – länger als ich wollte.