Als die ostpreußische Lokomotive 2013 im Meininger Dampflokwerk einrollte, da war sie bereits 99 Jahre auf dieser Welt und davon schon fast die Hälfte der Zeit aus dem Verkehr gezogen. Zuletzt hatte sie ihr Dasein als Denkmal gefristet. Die Bahn-Tochter DB Museum ließ im Meininger Werk prüfen, ob man die 92 739 wieder fahrtüchtig bekommt. Doch die Diagnose der Fachleute war vernichtend. „Die Lokomotive wurde zerlegt, befundet und dann ein Angebot gemacht. Herausgekommen ist eine Summe, die niemand mehr auszugeben bereit war. Der Kessel hätte nicht mehr unter Dampf gesetzt werden können, sondern komplett neu gebaut werden müssen. Wie fast alles bis auf den Rahmen und die Achsen“, beschreibt der ehemalige Werkleiter, Jürgen Eichhorn, den Zustand der stählernen Patientin. „Die Lokomotive wäre irgendwann in zerlegtem Zustand im Hochofen gelandet“, macht er deutlich, dass die Zerteilung der Lok ihre Rettung war – nicht ihr Ende. Auch wenn das manch ein Dampflokfan anders sehen mag, ist er davon überzeugt: „Wir schaffen es durch das Projekt Dampflok-Erlebniswelt, dass diese Lok weiterlebt.“