Dach und Turm saniert Nun soll es im Inneren der Kirche weitergehen

Turm und Dach der Kirche in Witzelroda sind fertig saniert. Die Arbeiten konnten nur realisiert werden, weil die finanziellen Lasten auf mehrere Schultern verteilt waren.

Witzelroda - Seit 2016 war die kleine Kirche in Witzelroda eine Dauerbaustelle. Bereits davor konnten in dem Gebäude keine Gottesdienste gefeiert werden, weil die Statik des Gotteshauses gefährdet war. Das ist Geschichte. Kirchturm und Dach sind erneuert worden. Nun flossen auch die Fördermittel, womit das Projekt als endgültig abgeschlossen gilt. Komplett saniert ist das Kirchlein damit jedoch noch nicht – Innenraum und Orgel sind ebenfalls in keinem guten Zustand.

Insgesamt circa 350 000 Euro haben die Arbeiten an Turm und Dach gekostet, berichtete Pfarrer Norbert Endter bei einem Vor-Ort-Termin mit Bad Salzungens Bürgermeister Klaus Bohl (Freie Wähler), dem hauptamtlichen Beigeordneten und Moorgrund-Ortsteilbürgermeister Hannes Knott (CDU), Planerin Heide Lochner, der Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates Mona Amthor und Annett Blaurock, Baureferentin im Kreiskirchenamt in Meiningen. Sie alle hatten dazu beigetragen, dass die Arbeiten realisiert werden konnten.

Ganz einfach war dies nicht. Denn eigentlich sollte 2016 nur der Kirchturm instand gesetzt werden. Damals stellte sich jedoch heraus, dass es auch bei der Dachkonstruktion große statische Probleme gibt, erzählte Heide Lochner. „Zwischenzeitlich war das sehr spannend.“ Einer Notsicherung des Daches im Jahr 2017 folgte schließlich die Sanierung.

„Der Hauptteil der Arbeiten war also noch, als der Moorgrund eigenständig war, und lag bei Hannes Knott und dem Gemeinderat“, sagte Klaus Bohl. Aber die Stadt Bad Salzungen als Nachfolgekommune verfolge im Bezug auf Kirchenbauten dieselbe Strategie wie die ehemalige Gemeinde. Sie seien ortsbildprägende Gebäude und Zentren des dörflichen Lebens und die Stadt unterstütze gern, indem sie die Arbeiten bezuschusse beziehungsweise Fördermittel beantrage, so der Bürgermeister.

Ohne diese Hilfe hätte das Vorhaben keine Chance gehabt, betonte der Pfarrer. Nur indem die Dachsanierung finanziell auf mehrere Schultern verteilt worden sei, habe das Projekt gestemmt werden können. An den circa 173 000 Euro Kosten für das Dach hatte sich mit 95 000 Euro die evangelische Kirche beteiligt, 80 000 Euro flossen aus der Städtebauförderung und 20 000 Euro gab die Kommune. Und bereits der Kirchturm hatte rund 165 000 Euro gekostet und war ebenfalls eine Gemeinschaftsfinanzierung. „Das ist ein Gesamtkunstwerk“, sagte Norbert Endter. Er lobte die Arbeit des Gemeindekirchenrats, dessen Mitglieder sich sehr eingebracht hätten. „Viele junge Leute haben mitgeholfen und zum Beispiel die Orgel ausgebaut.“ Das stark von Holzwürmern in Mitleidenschaft gezogene Instrument wurde fachmännisch begast und eingelagert. Bevor dieses jedoch saniert werden könne, müssten erst einmal die Treppe vor der Kirche und der Innenraum angegangen werden, sagte der Pfarrer. Im Mai komme eine Restauratorin, die die Kosten für den Innenraum schätze. „Und da hoffen wir dann wieder auf Hilfe von der Stadt.“ Als einen „sehr engagierten Pfarrer“ bezeichnete Hannes Knott Norbert Endter. Gute Nachrichten hatte er für den Treppenaufgang, der aktuell teilweise gesperrt ist. Dieser soll während der Bauarbeiten in der Meininger Straße mit saniert werden, informierte Hannes Knott.

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