Bidens Versprechen
Biden hat früh versprochen, bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle rund 260 Millionen Erwachsenen in den USA zu haben. Insgesamt 600 Millionen Impfdosen sicherte sich die Regierung von Moderna und Biontech/Pfizer - Präparate mit jeweils zwei Spritzen. Dazu kommen 100 Millionen Dosen von Johnson & Johnson - jenem Impfstoff mit Einmal-Spritze. Das Mittel von Johnson & Johnson wird in den USA derzeit wegen vereinzelter medizinischer Komplikationen zwar nicht gespritzt. Große Auswirkungen auf das Impfprogramm der Amerikaner hat das aber nicht, weil genug Impfdosen der anderen Hersteller da sind.
In Deutschland ging es in den vergangenen Monaten beim Impfen deutlich behäbiger zu. Viele Bürger verbrachten frustrierende Stunden vor dem Rechner oder in Warteschleifen von Telefonhotlines, um einen Termin zu ergattern. Oft ohne Erfolg. Dass insgesamt bisher nicht mehr Menschen in Deutschland geimpft sind, liegt aber nicht in erster Linie an der Impfbürokratie, sondern am fehlenden Impfstoff.
20 Prozent Skeptiker
Trotz ihrer Vorräte dürften die USA bei ihrer rasanten Impfkampagne allerdings bald an ihre Grenzen stoßen: dann nämlich, wenn alle Impfwilligen eine Spritze bekommen haben und der Rest der Bevölkerung eine Impfung verweigert. Die Skepsis gegenüber den eilig entwickelten Präparaten ist groß in den USA. Gut 20 Prozent der Bevölkerung sagen einer aktuellen Umfrage zufolge, dass sie keine Impfung wollen.
Die Regierung müht sich, auch Zweifler zu einer Spritze zu bringen. Biden appellierte am Mittwoch an alle Arbeitgeber, Angestellte bezahlt fürs Impfen freizustellen und ihnen auch kein Gehalt zu streichen, wenn sie wegen Impf-Nebenwirkungen ausfallen. Kleineren Betrieben gewährt der Staat Hilfen, um impfbedingte Arbeitsausfälle aufzufangen. Biden mahnte: „Kein arbeitender Amerikaner sollte einen einzigen Dollar seines Gehaltsschecks verlieren, weil er seine patriotische Pflicht erfüllt, geimpft zu werden.“