Corona-Pandemie Nur in jedem dritten Gesundheitsamt moderne Software

Viele Gesundheitsämter arbeiten bei der Corona-Kontaktnachverfolgung noch mit Fax. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Bund und Länder sind mit ihrem Vorhaben, die Gesundheitsämter in Deutschland bis Januar 2021 mit moderner Software auszurüsten, gescheitert.

Berlin/Erfurt - Bis zum Jahreswechsel sollten 90 Prozent der rund 380 Gesundheitsämter in Deutschland die Software Sormas einsetzen, die das Nachverfolgen von Corona-Infizierten deutlich vereinfacht, berichtet die Thüringer Allgemeine. Die Software sei zum 31. Dezember 2020 erst in 111 Gesundheitsämtern in Betrieb gewesen, teilte das Gesundheitsministerium der Zeitung mit. Damit waren also nicht einmal 30 Prozent der Ämter damit ausgestattet.  

Mit der Software Sormas sollen leichter Kontakte nachverfolgt, Symptome dokumentiert und diese Daten über Landkreisgrenzen hinweg geteilt werden können. Vielerorts arbeiten die Ämter jedoch noch mit Fax oder Excel-Listen und mit Software, die die Weitergabe von Daten über Landkreisgrenzen hinweg nicht erlaubt. Kritiker sehen darin ein großes Problem: Viele der scharfen Corona-Maßnahmen werden nicht zuletzt damit begründet, dass Infektionsketten nicht nachverfolgt werden können, heißt es weiter.

Das Bundesgesundheitsministerium verwies darauf, dass die „Verantwortung für die Ausstattung der Gesundheitsämter und damit die Entscheidung über die Verwendung digitaler Hilfsmittel bei den Ländern und den Gesundheitsämtern selbst“ liege. Die Bundesregierung könne in diesem Zusammenhang nur unterstützend agieren.

 

Autor

 

Bilder