Corona-Pandemie Landrätin lehnt Schnelltests für alle ab

Der Ilm-Kreis möchte sich dem Vorgehen des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, allen Bürgern kostenlose Corona-Tests zu ermöglichen, nicht anschließen. Man gehe davon aus, dass die aktuell ergriffenen Maßnahmen erfolgreich seien, heißt es.

Kostenlose Corona-Schnelltests für alle Bürger soll es im Ilm-Kreis nicht geben. Foto: dpa/Britta Pedersen

Arnstadt - Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen will allen seinen Bürgern kostenlose Corona-Schnelltests anbieten. Dazu habe man sich wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen entschieden, erklärte Krisenstabsleiterin und Vizelandrätin Susanne Reum am vergangenen Donnerstagnachmittag in einer Mitteilung. Für den Ilm-Kreis spielt ein solches Vorgehen derzeit aber keine Rolle, teilte das Landratsamt in Arnstadt auf Anfrage mit.

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„Aufgrund der stark zurückgehenden Inzidenz in unserem Kreis, haben unsere Maßnahmen augenscheinlich gegriffen“, sagte Landrätin Petra Enders. „Im Gegensatz zu einer Inzidenz von aktuell 228,2 im Landkreis Schmalkalden-Meiningen sehen wir uns deshalb nicht gezwungen, weitere Maßnahmen zu ergreifen und/oder unsere Teststrategie zu verändern. Denn zu beachten ist immer, dass der Landkreis – genauso wie der Bund und die Länder – mit Augenmaß und entsprechend flexiblen, auf die Situation zugeschnittenen Maßnahmen handelt“, sagte sie.

Enders betonte, dass es nach den dem Landratsamt vorliegenden Zahlen derzeit keinen Landkreis oder kreisfreie Stadt in Thüringen gebe, wo mehr Tests durchgeführt würden als im Ilm-Kreis. Diese Aussage bezieht sich allerdings auf die wesentlich genaueren PCR-Tests und nicht auf Antigen-Schnelltests. In den letzten sieben Tagen habe das Gesundheitsamt allein über 800 Tests durchgeführt. Je nach Situation und Infektionslage könne es auch sein, wie am 3. Februar geschehen, das an einem einzigen Tag 529 Tests durchgeführt würden.

„Zudem unterstützen wir die Pflegeheime unseres Landkreises bei der Durchführung von Schnelltests mit zehn Bundeswehrsoldaten, die wir zu diesem Zweck in Amtshilfe angefordert haben und über unseren Landkreis entsprechend koordinieren“, heißt es aus dem Landratsamt. Der Hintergrund ist, dass Schnelltests drei Mal pro Woche in den Einrichtungen durch die Pflegeeinrichtung durchgeführt werden sollen, was manche Einrichtungen jedoch an ihre Grenzen geraten lässt. „Zudem reagieren wir auf Infektionen in Einrichtungen, zum Beispiel Kinderheimen, Pflegeheimen oder Unternehmen, sofort mit umfassenden Testungen vor Ort in der gesamten Einrichtung, um Hotspots nach Möglichkeit gar nicht erst entstehen zu lassen. Damit können Infektionen schnell eingegrenzt werden“, heißt es weiter.

Mit den beiden Abstrichstellen in Ilmenau und Arnstadt, die der Landkreis unterhält und die auch der kassenärztlichen Vereinigung zu bestimmten Zeiten zur Verfügung gestellt werden, sowie den mobilen Abstrichteams habe der Ilm-Kreis nach Ansicht von Petra Enders eine Struktur geschaffen, die es ermögliche, die Aufgaben im Bereich der Pademiebewältigung derzeit gut zu erfüllen.