Corona-Pandemie EU-Behörden lockern Empfehlung zur Maskenpflicht im Flugzeug

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Masken verschwinden in Deutschland allmählich aus dem Alltag. Im Flugzeug sollen sie aber vorerst weiter Pflicht sein. Foto: Andreas Arnold/dpa

In Ferienfliegern und vielen Linienmaschinen sitzen Passagiere oft dicht an dicht - und wegen Corona verpflichtend mit Maske. Pauschal halten EU-Experten das nun nicht mehr für nötig, aber mit Ausnahmen.

Köln/Berlin - Die zuständigen EU-Behörden lockern ihre Empfehlungen zum Corona-Schutz im Luftverkehr.

Unter anderem fällt ab diesem Montag eine generelle Empfehlung zum verpflichtenden Tragen medizinischer Masken in Flughäfen und Flugzeugen weg, wie die Europäische Luftsicherheitsagentur EASA und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC am Mittwoch mitteilten. Wenn am Abflugort oder am Ziel eine staatliche Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr besteht, sollte dies laut Empfehlung aber weiterhin auch an Bord der Maschinen gelten. In Deutschland bleibt es vorerst bei der generellen Maskenpflicht im Flugzeug. Die Luftfahrtbranche forderte aber jetzt ihre Abschaffung.

Das Bundesgesundheitsministerium erläuterte auf Anfrage in Berlin, dass über die Maskenpflicht die nationalen Behörden entscheiden. Sie gelte daher weiterhin auf allen innerdeutschen Strecken sowie Flügen, die in Deutschland starten oder landen. Demnach sind beim Ein- und Ausstieg und während des gesamten Fluges FFP2- oder medizinische Masken zu tragen. Abnehmen kann man sie nur beim Essen und Trinken. Ausgenommen von der Pflicht sind Kindern unter sechs Jahren.

Die bundesweite Maskenpflicht in Flugzeugen - und auch in Fernzügen - ist im Infektionsschutzgesetz vorerst bis 23. September festgelegt. Auch im öffentlichen Nahverkehr mit Bussen und Bahnen gilt Maskenpflicht, die die Länder anordnen. In Frankreich endet die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln Anfang kommender Woche, wie Gesundheitsminister Olivier Véran sagte. Dennoch werde empfohlen, Maske zu tragen. Die Gesundheitslage habe sich verbessert, doch die Pandemie sei nicht vorbei. Zu Flugreisen in ein Land, in dem weiter Maskenpflicht gelte, sagte Véran, dass die Airlines zuständig seien.

Der Chef der Europäischen Luftsicherheitsagentur, Patrick Ky, sagte, von nächster Woche an seien nicht mehr in allen Fällen Masken Pflicht im Luftverkehr. Für Passagiere und Crews sei dies ein großer Schritt hin zu einer Normalisierung des Flugverkehrs. Zugleich betonten die beiden EU-Behörden, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes immer noch zu den besten Corona-Schutzmaßnahmen zähle.

Grund für die Lockerungen sind demnach die jüngsten Entwicklungen in der Pandemie. Dazu zählen die Impfzahlen, die durch Infektionen entstandene Immunität und die damit einhergegangene Aufhebung von Beschränkungen in einer wachsenden Zahl europäischer Staaten.

Zustimmung aus der Luftfahrt

Die Luftfahrt begrüßte die neuen Empfehlungen. Die Bundesregierung sollte sie zum Anlass nehmen und nun die Maskenpflicht an Bord von Flugzeugen aufheben, erklärte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft. Andere Länder hätten Reise-Vorgaben und die Maskenpflicht bereits fallengelassen. Eine Lufthansa-Sprecherin sagte: "Es ist an der Zeit, auf Freiwilligkeit zu setzen, so wie es in anderen Bereichen des täglichen Lebens, etwa im Supermarkt oder Restaurant, inzwischen auch die Regel ist." In den Flugzeugen reinigten hocheffiziente Filter ständig die Kabinenluft.

Der Internationalen Verbands der Fluggesellschaften (IATA) erklärte, Maskenpflichten an Bord von Flugzeugen sollten enden, wenn Masken in anderen Bereichen des täglichen Lebens nicht mehr verpflichtend sind - etwa Theater, Büros oder öffentliche Verkehrsmittel.

 

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