Corona-Pandemie Autokorso macht auf Existenzängste aufmerksam

In Ilmenau forderten Unternehmer mehr Unterstützung der Politik ein. Foto: Stefanie Lieb

Mit einem angemeldeten Autokorso machten am Samstag Unternehmer aus Ilmenau auf ihre Notlage in der Corona-Pandemie und fehlende Hilfen aufmerksam.

Ilmenau - Mit einem Autokorso durch Ilmenau machten am Ostersamstag mittelständische Unternehmen auf ihre durch die Corona-Krise ausgelöste Existenznot aufmerksam. Hupend und mit Musik wollten die Fahrer der rund 80 Autos die Ilmenauer aufrütteln. „Ich denke, das ist uns gelungen“, sagte am Montag Rüdiger Krauße, der Initiator des Autokorsos, auf Nachfrage. „Wir haben viele positive Reaktionen bekommen. Viele Leute zeigten Daumen hoch.“

Er habe sich zur Anmeldung der Demonstration entschlossen, weil den Unternehmern und ihren Sorgen und Nöten zu wenig Beachtung geschenkt werde, erklärte der Inhaber einer Autovermietung. „Man sieht in Ilmenau kaum noch Politiker. Sie sind alle abgetaucht“, kritisierte Rüdiger Krauße. Zwar könne er im Gegensatz zu anderen Branchen weiterarbeiten, „aber uns sind auch 50 Prozent der Einnahmen weggebrochen.“

Zu wenige Hilfen

Vielen Unternehmern gehe es ähnlich. Hilfen kämen aber zu schleppend oder gar nicht bei den Betroffenen an. So habe er sich zum Beispiel vergeblich um die versprochenen zinslosen Kredite bemüht, dafür auch noch viel Geld ausgeben müssen. Dann habe es aber geheißen, man verdiene ja noch, könne deshalb Zinsen zahlen. „Aber wir brauchen jetzt unsere Altersvorsorge auf, um uns über Wasser zu halten, erklärte Krauße“ Dabei habe er eigentlich in diesem Jahr das 30-jährige Jubiläum seines Unternehmens feiern wollen, nun bange er wie viele andere um die Zukunft.

Vom Parkplatz in der Ilmenauer Allee fuhren die Demonstrationsteilnehmer, darunter auch einheimische Gastronomen, über die Ziolkowskistraße und Unterpörlitzer Straße am Bahnhof vorbei, über die Langewiesener Straße ging es dann bis zum Technikum in der Weimarer Straße.

Die Zusammenarbeit mit der Polizei und im Vorfeld auch mit dem Ilmenauer Ordnungsamt sei sehr gut gewesen, betonte Rüdiger Krauße. „Mir war wichtig, dass es eine friedliche Demonstration wird und sich alle an die Regeln halten.“ Nun hoffen er und die anderen Teilnehmer, dass ihr Anliegen bei der Politik auch Gehör findet und sich etwas tut.

 

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