Corona-Krise Holter: Schulen sind keine Infektionsherde

Schule in Corona-Zeit. Foto: dpa/Uli Deck

Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hat sein spätes Einlenken bei der Schließung von Schulen im Kreis Hildburghausen gegen die Kritik von Landrat Thomas Müller (CDU) verteidigt. Schulen seien generell keine Infektionstreiber.

Erfurt - Das sagte Holter in der MDR-Sendung „Fakt ist“, bei der auch Müller zugeschaltet war. Nur 0,27 Prozent der Schüler gälten derzeit als infiziert, und nur vier Prozent aller Schulen stünden derzeit auf Warnstufe „Rot“ – somit bestehe kein Grund zu generellen Schließungen. „Für mich hat oberste Priorität, den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten“, sagte Holter.

Holter verwies darauf, dass Thüringen im Juli als erstes Bundesland einen Schul-Plan mit Ampelsystem und abgestuften Maßnahmen eingeführt habe. Auch in Sachen digitaler Unterricht habe das Land seine Hausaufgaben gemacht. Das nötige Geld für den Kauf mobiler Geräte liege längst be den Landkreisen.

Landrat Müller wiederholte in der Sendung seinen Vorwurf, die Landesregierung habe seine Warnungen zu lange ignoriert und den Lockdown viel zu spät genehmigt, als die Inzidenzwerte sich bereits auf Rekordständen befanden. Hildburghausen steht seit zwei Wochen auf latz 1 der Corona-Hotspots in Thüringen und war zuletzt tagelang deutschlandweiter Spitzenreiter

Schützenhilfe bekam Müller von der Ilm-Kreis-Landrätin Petra Enders. Sie habe „Prügel dafür bekommen“, dass sie eine Schule eigenständig auf „Rot“ gestellt habe, weil 16 der 25 Lehrer dort in Quarantäne waren, sagte Enders. Vom Land habe es in diesem Fall keine Entscheidung gegeben. Dabei seien in ihrer Region die Schulen „eindeutig Treiber der Infektionen“, sagte sie. Im Ilm-Kreis (Inzidenzwert 130) sind ungewöhnlich viele Bildungseinrichtungen betroffen. Enders zufolge hätten den Schulen und Kreisbehörden schon viel früher mehr Handlungsspielräume bei Schließungen eingeräumt werden müssen. er

 
 

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