Corona-Infektion im Ausland Aus diesen Ländern reisen die meisten Infizierten ein

Corona und Reisen: es bleibt kompliziert Foto: JPC/ano via www.imago-images.de

Die Bundesregierung will mit Test- und Quarantänepflichten den Anstieg der Corona-Infektionszahlen eindämmen. Was nützt die Einstufung als Hochinzidenzgebiet?

Stuttgart - Die Bundesregierung nimmt im Kampf gegen das Coronavirus verstärkt Reisende ins Visier. Test- und Quarantäneregelungen sollen verschärft werden, damit weniger infizierte Einreisende das Virus unbemerkt ins Land tragen und es hierzulande weitergeben. Stand Freitagmorgen ist unklar, für welche Länder welche Regeln gelten. Von wo reisen besonders viele Infizierte ein? Und was nützt die Einstufung als Hochinzidenzgebiet?

Seit Anfang Juni berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI) die Infektionen mit wahrscheinlichem Infektionsort im Ausland. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der berichteten Werte:

Aus Spanien reisen mit großem Abstand die meisten infizierten Personen nach Deutschland ein. Zwischen 10 und 20 Prozent aller derzeit bestätigten Infektionen finden im Ausland statt. Das Spektrum ist so breit, weil nicht für alle Infektionen Angaben zum Infektionsort vorliegen. Nach deutlichem Anstieg Anfang Juli stagnierte der Anteil zuletzt.

Wirken Test- und Quarantänepflicht?

Die Entwicklung bei den Infektionen im Ausland ist bislang noch nicht so dynamisch wie im vergangenen Jahr. Damals stieg der Anteil der aus dem Ausland „mitgebrachten“ Infektionen zwischenzeitlich auf mehr als 50 Prozent, allerdings erst im August und mit Schwerpunkt auf Familien. Derzeit stecken sich laut Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg mehrheitlich junge Erwachsene an.

Damals galt eine Testpflicht für alle Reiserückkehrer, wie sie nun vermutlich wieder eingeführt wird. Somit wird sich in den kommenden vier Wochen zeigen, ob die Urlaubssaison einen ähnlichen Effekt auf die Infektionszahlen hat wie im vergangenen Jahr.

Lesen Sie aus unserem Angebot: Welche Regeln gelten für welches Land?

Ob die Einstufung als Hochinzidenzgebiet einen Einfluss auf die mitgebrachten Infektionen hat, lässt sich an den Zahlen des RKI ablesen. Aus dem schon vor Wochen zum Hochinzidenzgebiet erklärten Portugal sind zuletzt kaum mehr infizierte Reisende nach Deutschland gekommen. Für Spanien gilt die Einstufung seit dieser Woche. Es wird sich zeigen, ob hier ein ähnlicher Effekt eintritt.

 

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