Corona-Fälle in Zella-Mehlis Senioren und Fünftklässler aus Zella-Mehlis an Corona erkrankt

Im Awo-Seniorenpflegezentrum Am Lerchenberg häufen sich die Corona-Fälle. In Absprache mit dem Gesundheitsamt herrscht im Moment erneut ein Besucherverbot, teilt eine Sprecherin der Awo mit. Foto: Michael Bauroth

Zum ersten Platz Thüringens in Sachen Corona innerhalb der Bundesrepublik trägt auch der Landkreis Schmalkalden-Meiningen bei. Allein in Zella-Mehlis gibt es 60 aktive Fälle.

Zella-Mehlis - Das Coronavirus breitet sich weiter aus in der Ruppberg­stadt. Unter den 39 Neuinfektionen, die innerhalb von 24 Stunden dem Gesundheitsamt des Landkreises gemeldet wurden, sind allein 15 Fälle im Awo-Seniorenpflegezentrum Am Lerchenberg angesiedelt. Das meldete am Donnerstag Kreissprecher Christopher Eichler. Von den 15 erkrankten Seniorenheim-Bewohnern zeigten 14 keine Symptome oder hätten milde Krankheitsverläufe, informiert Anne Osterland, die Sprecherin vom Awo-Landesverband Thüringen auf Nachfrage von „Freies Wort“. Zwölf der Senioren, die allesamt im gleichen Wohnbereich lebten, seien vollständig geimpft. „Ein Impfung bedeutet ja nicht, dass man sich nicht mehr infizieren kann“, so die Sprecherin. Dennoch zeige sich deutlich, dass eine hohe Impfquote dazu beitrage, dass die Krankheit mild verlaufe.

Keine Besucher

In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Landkreises habe man entschieden, dass Seniorenpflegezentrum derzeit nicht für Besucher zu öffnen. Die PCR-Tests, die am Donnerstag bei den Senioren gemacht wurden, hätten keine weiteren positiven Fälle zutage gebracht. „Das zeigt, dass unsere internen Vorsichtsmaßnahmen greifen“, sagt Anne Osterland.

Am Mittwoch waren auch im Heinrich-Ehrhardt-Gymnasium zwei weitere Fälle erfasst worden. Die Schüler könnten sich derzeit zweimal wöchentlich freiwillig einem Lolli-Test unterziehen, informiert der Interimsschulleiter Jürgen Haaß. Dieses Angebot wird ab Warnstufe 1 gemacht. Ab Warnstufe 2 gelte dann auch eine Maskenpflicht im Unterricht, schildert er. Viele Jugendlichen nutzten das Testangebot, sagt er. Dabei würden immer wieder einzelne Schüler positiv getestet.

Die kürzliche Häufung von an Corona erkrankten Schülern sei auf einen Krankheitsausbruch in den fünften Klassen zurückzuführen gewesen. Die beiden Klassen hatten einen mehrtägigen Ausflug gemacht. Dabei seien die Infektion aufgetreten. „Tag für Tag füllen sich die Klassen aber wieder“, sagt Jürgen Haaß. Er ist überzeugt davon, dass die derzeit geltenden Schutzmaßnahmen im Gymnasien – vom Testangebot bis zu Maskenpflicht – gerechtfertigt seien, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.

Erkältungen schlagen zu

Der Krankenstand unter den Lehren befinde sich im Normalbereich und sei nicht noch höher als in anderen Jahren. „Die saisonal bedingte Erkältungswelle schlägt gut zu“, so der Schulleiter, der neben Zella-Mehlis auch das Geschehen am Schmalkalder Gymnasium im Blick hat.

Inzwischen gab es in Zella-Mehlis auch einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit Corona. Der Infektionskrankheit erlag eine 81-Jährige.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Schmalkalden-Meiningen betrug Stand Donnerstag, 10 Uhr, exakt 141,7 und ist damit weiter gestiegen. Der Landkreis liegt im Thüringer Maßstab auf dem unrühmlichen Platz fünf hinter den Landkreisen Kyffhäuser, Unstrut-Hainich, Gotha und Wartburgkreis. Die Hospitalisierungsinzidenz laut Thüringer Gesundheitsministerium beträgt in Schmalkalden-Meiningen 9,7; die Auslastung der Intensivbetten zeigt einen Wert von 5,7.

Es bleibt bei Stufe 2

Damit bleibt der Landkreis in der Warnstufe 2. Das bedeutet zum Beispiel Kontaktbeschränkungen in geschlossenen Räumen und Beschränkung der Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen sowie ein erweitertes Testangebot an Schulen. Das scheint umso dringender, als auch weitere Schulen im Kreisgebiet betroffen sind von Covid-19-Erkrankungen: die Regelschule Am Siechenrasen Schmalkalden sowie Grundschulen in Schmalkalden, Floh-Seligenthal, Kaltenwestheim und Oepfershausen.

Zu den insgesamt 293 aktiven Indexfällen im Landkreis sagt Kreissprecher Christopher Eichler: „Es gibt 158 Einzelfälle und 53 familiäre Häufungen, der Rest ergibt sich aus Einrichtungen und Häufungen in Firmen. Die Neuinfektionen treten überwiegend bei ungeimpften Personen auf.“ Die meisten Infizierten wohnen derzeit in Zella-Mehlis, gefolgt von 57 in Meiningen und 32 in Schmalkalden. 16 Coronafälle wurden in Steinbach-Hallenberg registriert, fünf in Kühndorf, zwei in Oberhof und vier in Schwarza. at/ski

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