Corona B 1.1.7 ist deutlich auf dem Vormarsch

Grafische Darstellung eines Corona-Virus. Foto: dpa/Alissa Eckert;Dan Higgins

Die Zahlen entdeckter Virusmutationen steigt im Landkreis Hildburghausen deutlich. In den vergangenen zehn Tagen hat sich diese Zahl von 42 auf 84 verdoppelt. Die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen.

Hildburghausen - Schon seit einiger Zeit hat die Gesundheitsbehörde im Landratsamt auch die Zahl der entdeckten Virusmutationen in seine tägliche Statistik mit aufgenommen. Seither geht diese Zahl steil nach oben. In den vergangenen zehn Tagen hat sich die Zahl der entdeckten Virusmutationen verdoppelt. Am Montag, 29. März waren insgesamt 42 Fälle bekannt geworden. Am Mittwoch, 7. April sind es schon zusammen 84 bekannte Fälle. Dabei dürfte die Dunkelziffer erheblich höher liegen. Denn bisher sind nur fünf Prozent aller PCR-Tests stichprobenartig genetisch sequenziert worden. Auf diese Weise kann festgestellt werden, ob es sich um eine Virusmutation handelt. Das Landratsamt strebe aber an, dass generell alle Positivtestungen von den Laboren auf Mutationen untersucht werden, heißt es auf Nachfrage von Freies Wort aus der Behörde. Wenn der Verdacht einer Infektion mit Mutation besteht, wird vonseiten des Gesundheitsamts immer eine Sequenzierung der Probe gefordert. Auf diese Weise könne die Verbreitung der Mutanten besser verfolgt werden. Das ist nötig, weil die Mutationen leichter übertragbar sind und einen schwereren Verlauf nach sich ziehen können. „Uns sind Fälle bekannt, bei denen bereits ein kurzer Kontakt zu einem Mutations-Infizierten ausgereicht hat, um das Virus zu übertragen“, teilt das Landratsamt mit. Eine Häufung solcher Fälle seien zuletzt in Kinderbetreuungseinrichtungen festgestellt worden. Dies schlägt sich auch in den Zahlen zur Verteilung der bekannten Virusmutationen nieder. 28 der 84 Fälle sind in Schleusingen aufgetreten. Dort war erst kürzlich der gesamte Kindergarten aufgrund einer gehäuften Zahl von Infektionen geschlossen worden.

Ansonsten zeigt die Statistik eine eher untypische Verteilung. Denn die meisten Fälle sind nicht unbedingt in den größten Gemeinden des Kreises aufgetreten. Neben Schleusingen sind vor allem im Gebiet der VG Feldstein (16) und der Stadt Römhild (elf) gehäuft Positivfälle mit einer Virusmutation aufgetreten. Hildburghausen und die Stadt Eisfeld zeigen mit neun beziehungsweise drei Fällen nur wenige Fälle an. Im ungleich kleineren Veilsdorf etwa sind bereits sechs Fälle nachgewiesen. Nahezu alle der Fälle sind übrigens Infektionen mit der zuerst in Großbritannien entdeckten Variante B 1.1.7. Lediglich in einem Fall ist der südafrikanische Typ festgestellt worden.

In einer aktuellen Mitteilung hat das Landratsamt auch die Zahl der Impfungen mitgeteilt. Demnach sind im Impfzentrum in Hildburghausen mit Stand vom 2. April gesamt 4987 Impfdosen (aller drei bislang zugelassener Hersteller) verabreicht worden. Hinzu kommt, dass mithilfe mobiler Impfteams der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen auch den Bewohnern der Seniorenheime Impfangebote gemacht wurden. Hier sei die Erstimpfung in allen Einrichtungen bereits geschehen, in vielen Fällen ist auch die Zweitimpfung schon erfolgt, oder erfolgt in den nächsten Tagen. Genaue Zahlen konnte das Landratsamt dazu nicht geben. Seit Mittwoch kann auch in Hausarztpraxen geimpft werden.

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