Comic-Lesung in Sonneberg Von der Liebe hinterm Eisernen Vorhang

Die Autoren der Graphic Novel „Rose + Robert“ entführen bei einer Lesung in die DDR der 1970er Jahre und verbinden persönliche Schicksale mit historischen Ereignissen.

Die Graphic Novel „Rose + Robert“ wird in Sonneberg vorgestellt. Foto: Schiler und Mücke

Die Comic-Autorin Lilya mag den alten Mann von nebenan. Er heißt Robert und erzählt ihr die Geschichte seiner Jugendliebe Rose. Fasziniert beginnt Lilya zu zeichnen: Eine Romanze aus der DDR der 1970er Jahre im Schatten des Eisernen Vorhangs. Über die unangepasste Rose, die ebenfalls das Zeichnen liebte, und Robert, der sie beschützte, als ein westdeutscher Schleuser sie in Lebensgefahr brachte.

Nach der Werbung weiterlesen

Liebe, Haft und Russland

Die deutsch-deutsche Lovestory dreht sich nicht nur um Liebe, sondern auch um politische Haft in der DDR und die Situation im heutigen Russland. Dort war Lilya Matveeva für die Menschenrechtsorganisation Memorial aktiv, recherchierte zu politischen Häftlingen in der Sowjetunion. Als Russland die Ukraine überfiel, ging sie ins Exil nach Deutschland und schuf mit Jochen Voit, Leiter der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße und Autor, die Graphic Novel Rose + Robert.

Am Mittwoch, 29. Oktober, 18 Uhr, lesen die Autoren der Graphic Novel Lilya Matveeva und Jochen Voit im Gemeindehaus Sankt Stefan in Sonneberg, Rathenaustraße 9, aus „Rose + Robert“. Dabei sprechen sie auch über die Entstehung des Comics, über politische Haft, die Menschenrechtsorganisation Memorial und Russland.

Der Eintritt ist frei

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Sie wird vom Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Kooperation mit der Katholischen Kirchengemeinde Sankt Stefan durchgeführt und ist Teil der Veranstaltungsreihe „Auf dem Weg zum Unesco-Welterbe – Das Grüne Band in Thüringen“ der Stiftung Naturschutz Thüringen und des Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Zwischen September 2025 und Juni 2026 widmen sich zahlreiche Veranstaltungen in Thüringen der Natur und Geschichte entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Zahlreiche Kooperationspartner aus der Erinnerungskultur und dem Naturschutz beteiligen sich mit eigenen Beiträgen. Ziel ist es, über den Welterbe-Prozess zu informieren und den Dialog zwischen Akteuren aus Naturschutz, Erinnerungskultur, Bildung und Tourismus zu fördern. Seit Dezember 2023 steht das Grüne Band Deutschland auf der deutschen Unesco-Vorschlagsliste. Eine Nominierung als gemischtes Welterbe, das Natur und Kultur verbindet, wird vorbereitet.