In Ludwigshafen will der Konzern auf betriebsbedingte Kündigungen zunächst bis Ende 2028 verzichten und Milliarden investieren. Mit mehr als 30.000 Menschen arbeitet dort gut ein Drittel der weltweiten BASF-Beschäftigten.
Kamieth will den Konzern mit einem Umbau auf Kurs bringen. So sollen Geschäftsbereiche teilweise verkauft werden und die Agrarsparte 2027 an die Börse gehen. Insgesamt soll sich BASF von einem breit aufgestellten, integrierten Chemiekonzern mit vielen vernetzten Geschäftsfeldern zu einem Unternehmen mit einem Kerngeschäft aus vier Sparten und mehreren eigenständigen Geschäftsteilen entwickeln.
China wächst nicht mehr so schnell. Was bedeutet das für BASF?
"Derzeit gibt es in China Überkapazitäten bei vielen chemischen Produkten", räumt der Konzern ein. Gleichzeitig verzeichne der chinesische Markt weiter ein sehr robustes Nachfragewachstum. "Es ist zu erwarten, dass ältere Anlagen mit geringerer Energieeffizienz und schlechteren Umweltstandards in den kommenden Jahren stillgelegt werden müssen." Mittelfristig führe dies zu einer Reduktion der Überkapazitäten.
Wie groß ist das Werk - und wer arbeitet dort?
"Der Standort wird nach Ludwigshafen und Antwerpen der drittgrößte Verbundstandort der BASF sein", teilt das Unternehmen mit. Auf einem Areal von rund vier Quadratkilometern - das ist fast die Fläche der Insel Mainau im Bodensee - werden 2.000 Beschäftigte arbeiten. "Das Führungsteam besteht zum großen Teil aus chinesischen Mitarbeitenden."
Was wird dort produziert?
Das neue Werk umfasst einen sogenannten Steamcracker mit einer Kapazität von einer Million Tonnen Ethylen pro Jahr und mehrere Anlagen zur Produktion von Petrochemikalien, Zwischenprodukten und anderen Produkten. Zu den Kunden gehören dem Konzern zufolge unter anderem die Verpackungsindustrie für Kunststoffe und Spezialchemikalien sowie der Bausektor für Hochleistungskunststoffe und die Automobilindustrie für Lacke und Kunststoffe.