Burgweihnacht Schneebedeckte Burg Neuhaus war Besuchermagnet

Sibylle Lottes

Der Burgverein in Neuhaus-Schierschnitz hatte am Samstag zur großen Burgweihnacht eingeladen und viele Gäste kamen.

Oben auf dem Burgberg thront die Burg Neuhaus seit dem 13. Jahrhundert. Im Jahr 2009 erfolgte der Rückerwerb der ungenutzten Burg durch die damalige Gemeinde Neuhaus-Schierschnitz. Seit der Gründung des Burgvereins im Jahr 2009 finden das Jahr über zahlreiche Veranstaltungen auf der Burg statt, so war sie am Vortag des 2. Advents Begegnungsstätte und Location der achten traditionellen Burgweihnacht, zu der der Burgverein eingeladen hat.

Bereits gegen 13 Uhr strömten viele Leute zur Burg hinauf, fand die letzte Burgweihnacht doch pandemiebedingt 2019 statt. Drei Jahre auf diese Veranstaltung zu verzichten, das fiel schwer, umso größer war die Freude, dass das beliebte Fest im Advent wieder stattfinden kann. Die Menschen brauchen Zusammenkünfte wie diese, um miteinander zu reden, einen Glühwein zu trinken, an den Marktständen entlang zu bummeln oder etwas Leckeres zu essen. Eingekauft oder selbst zubereitet hatte der Burgverein Vieles, die Vorbereitung auf dieses Event war, wie in den vergangenen Jahren, hervorragend.

Gleich beim Betreten der Burg stach die hübsch dekorierte Krippenszene mit dem großen roten Adventsstern ins Auge, die Vereinsmitglied Marianne Heublein wieder hergerichtet hat. Die Krippe weist auf das Weihnachtsfest hin, auf das Fest der Geburt von Jesus Christus. Advent, lateinisch „adventus Domini“, steht für „Ankunft des Herrn“. Durch das Weihnachtsfest feiern Christen weltweit die Geburt von Jesus Christus. Daran soll hier erinnert werden.

Im Inneren der Burg Neuhaus waren die Burggemäuer und Fensternischen durch die Burgvereinsmitglieder liebevoll geschmückt und luden zu einem besinnlichen, stimmungsvollen Advent im Glanz der vielen Lichtlein mit Blick über die schneebedeckten Dächer von Neuhaus ein. Die Vereinsmitglieder haben sich viel Mühe gegeben, die Burg so einladend für die Besucher zu gestalten. Die Burgschenke warb mit weißem Glühwein und mehr.

Buntes Bild von Händlern

Geht man die engen Treppen hoch bietet sich ein buntes Bild von Händlern und Infoständen. So hatte der Basteltrupp selbst gestrickte „Zöbelsocken“ wie aus Omas Zeiten und andere Handarbeiten mitgebracht, aber auch Heilkräuterkissen und mehr gabs zu entdecken. Bei „Echt Heike“ ein Begriff weit über das Sonneberger Unterland hinaus, munden Marmeladen, Liköre, gebrannte Mandeln und viele Leckereien den Käufern. Gleich nebenan verkauft man die neuen Burgkalender für das Jahr 2023. Diese gibt es noch in Geschäften in Neuhaus-Schierschnitz käuflich zu erwerben.

Neu war ein Informationsstand von „AGATHE – älter werden in der Gemeinschaft“. Franziska Schubart und Christina Reuter klärten über das vom Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie geförderte Programm auf, bei dem es darum geht, alleinstehenden Menschen über 63 Jahre Hilfe anzubieten, Kontakte zu ermöglichen, Freude zu schenken und einer Vereinsamung entgegenwirken. „AGATHE“ gibt es mittlerweile in elf Regionen Thüringens, eine davon ist der Landkreis Sonneberg. Wer mehr Informationen möchte, kann im Landratsamt bei Koordinatorin Natalie Krautwurst unter 03675/871228 anrufen oder eine Email an agathe@lkson.de senden.

Auf dem Burgbalkon hatte es sich die Bläsergruppe des Musikvereins Neuhaus-Schierschnitz bequem gemacht, um den vielen Besuchern adventliche Weisen zu spielen und so das Flair dieser besonderen Zeit musikalisch in die Welt zu tragen. Die Musiker sind seit Jahren bei Veranstaltungen auf der Burg dabei und die Neuhäuser Vereine arbeiten sehr gut miteinander. Gegen 14 Uhr begrüßte von dort oben der Burgvereinsvorsitzende Bernd Hülß die Gäste, unter ihnen Bürgermeister Andreas Meusel, der selbst aktiv im Burgverein tätig ist und die Landtagsabgeordnete Beate Meissner, die sehr gerne der Einladung des Burgvereins folgte und den schönen Nachmittag mit auf der Burg verbrachte.

Unten auf dem Burghof loderten die wärmenden Feuer in den Feuerschalen, versprühten Mittelalterflair im Advent und ringsherum fanden sich die Marktstände, die Holzwaren, Weihnachtsdeko und Pflanzen, selbstgemachte Nudeln sowie Glas- und Porzellan anboten. Im großen Kessel wurde ein Wintergulasch kredenzt, welches durch verschiedene Gewürze den Geschmacksnerv der Hungrigen traf. Bratwürste und Rostbrätel brutzelten auf dem Rost. Heißer Glühwein und Feuerzangenbowle vom Stand wärmten innen und außen.

Keine Wünsche offen

Die Kuchenbäckerinnen vom Burgverein zauberten außerdem ein Kuchenbuffet mit Gewürzkuchen, weihnachtlichem Gebäck und traditionellen Kuchen, sodass keine Wünsche offenblieben.

Wer Lust auf eine Burgführung hatte, bekam diese auch. Die Freiwillige Feuerwehr Sichelreuth sicherte die Burgweihnacht fachmännisch ab.

Und so sind es diese wundervollen Veranstaltungen im Advent, die die Seele berühren und die Herzen höherschlagen lassen. Zufriedene Besucher sind das schönste Geschenk für den rührigen Burgverein. Vorsitzender Bernd Hülß bedankte sich bei allen Helferinnen und Helfern seines Vereins für die immense Unterstützung vor, während und nach der schönen Burgweihnacht auf Burg Neuhaus sowie bei den treuen Besuchern, die den Weg hoch zur Burg wieder fanden.

Für das Jahr 2023 sind schöne Veranstaltungen auf Burg Neuhaus in Planung. Im Anschluss an die Burgweihnacht fand in der Neuhäuser Dreifaltigkeitskirche noch die festliche Musik zum Advent, unter der Regie von Regionalkantorin Ines Eckardt, statt. Eine Stunde Besinnlichkeit mit verschiedenen Gesangs- und Instrumentalsolisten, die man am 3. Advent, 11. Dezember, um 14 Uhr in der Mupperger Heilig-Geist-Kirche noch einmal genießen kann.

 

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