Buntes Schmalkalden Schülerkunst in Schaufenstern

Annett Recknagel
Die graue Mauer wollen die Kinder der Lutherschule und ihre Erzieherin Beate Kirchner bald in eine Unterwasserwelt verwandeln. Foto: /Annett Recknagel

Blickfang in der Fußgängerzone: Künstlerische Arbeiten von Schülerinnen und Schülern der Martin Luther Schule schmücken leere Schaufenster in der Auer Gasse.

Schmalkalden - „Filipp gehört auch zu den kleinen Künstlern“, rufen gleich mehrere Kinder. Beate Kirchner macht kehrt und kommt mit dem Viertklässler zurück. Beim neuesten Projekt will er einen Wal gestalten. Lilli hat sich für einen Delphin entschieden und Greta für einen Hai. Toni sogar für eine Krake. Schildkröte und Qualle gehören auch dazu. „Das wird ein großes Projekt“, sind sich die Kinder sicher. Alles kleine Künstler der dritten und vierten Klassen der evangelischen Martin Luther Schule. Im Fach Ergänzungsunterricht haben sie sich für Kunst entschieden.

Neun Kinder treffen sich alle zwei Wochen für anderthalb Stunden mit Beate Kirchner. „Das ist gewachsen“, sagt sie und erinnert sich an die Anfänge 2021. Um die zehn Kinder konnte sie seitdem um sich scharen. Die aus Mosaiksteinchen gestaltete Säule neben dem Bibelgarten ist nur ein Ergebnis dieses kreativen Ergänzungsunterrichtes. Vor Corona gab es sogar schon eine Ausstellung mit Vernissage mit den Arbeiten der kleinen Künstler in der Schule. Sehr erfolgreich beteiligten sich die Mädchen und Jungen an einer anderen Ausstellung in der Kunststation in Oepfershausen zum Thema Wasser. Dort gewannen sie für ihre Arbeiten gar einen ersten Preis.

Diese Nachrichten drangen bis zu Martina Bogen-Wendt von der Stadtverwaltung durch. Die Mitarbeiterin im Kulturamt schlug Beate Kirchner und ihrer kreativen Gruppe vor, Ergebnisse ihrer Arbeit in einem Schaufenster in der Auer Gasse zu zeigen. Gern nahm man das Angebot an. Seit Mai diesen Jahres sind dort Kinderarbeiten der vergangenen fünf Jahre zu sehen. Beate Kirchner hat eine schöne Auswahl zusammengestellt. Hingucker sind unter anderem alte Schuhe, die künstlerisch aufgewertet wurden und sich als Tiere oder gar als Schloss präsentieren. Ebenso stechen verfremdete Stühle heraus. „Das war viel Arbeit – gut zwei Jahre haben wir damit zu tun gehabt“, sagt Beate Kirchner.

Die Kunst im Schaufenster ist auch Motivation für die derzeitigen kleinen Künstler. Die Zusammensetzung der Gruppe wechselt Jahr für Jahr. „Damit sich möglichst viele ausprobieren können“, so Beate Kirchner. Das neueste Projekt nennt sich Verschönerung der grauen Mauer auf dem Schulhof. Ideen gibt es bereits. Jedes Kind bekam zwei Mauerflächen. Filipp war Hausmeister Frank Bauer beim Streichen schon behilflich.

Noch ist die Mauer grau. Schon bald wird sich dort eine Unterwasserwelt zeigen. Eine große Aufgabe – die Mauer misst immerhin 20 Meter. Erste Skizzen wurden bereits angefertigt. „Über Raster haben wir uns die Größe der Tiere, die an die Wand kommen, erarbeitet“, berichtet Beate Kirchner. Im nächsten Schritt bringt jedes Kind sein Tier auf eine Leinwand und gestaltet es farblich. Bis Weihnachten soll das abgeschlossen sein. Danach kommen Wedi Bauplatten ins Spiel. Auf diese sollen die Unterwassertiere mit Mosaiksteinen aufgetragen werden. Zum Schluss werden die Platten an die Mauer geklebt. Damit aber ist das Projekt noch nicht abgeschlossen. Den Hintergrund wollen Lilli, Martha, Noah, Greta, Alina, Filipp, Stella, Toni und Marvin im Frühjahr, wenn es wärmer ist, gestalten. Meerespflanzen oder möglicherweise ein versunkenes Schiff könnten die Unterwasserwelt vervollständigen. Die Kinder jedenfalls brennen darauf, das Projekt umzusetzen.

Alle hoffen, dass ihnen Corona keinen Strich durch die Rechnung macht, denn schon im vorigen Jahr musste der Ergänzungsunterricht deshalb pausieren.

 

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