Bundestagswahl SPD: Platz 3 der Landesliste für Frank Ullrich

Bundestagsmandat über die SPD-Landesliste? Frank Ullrich aus Suhl. Foto: Gerhard Koenig/Gerhard Koenig

Biathlon-Olympiasieger Frank Ullrich hätte auch bei einer Niederlage gegen Hans-Georg Maaßen Chancen auf einen Sitz im Bundestag. Die Thüringer SPD setzt ihn auf Platz 3 ihrer Landesliste. Das reicht aber nur, wenn die SPD ein ähnliches Wahlergebnis holt wie bei der Bundestagswahl 2017.

Erfurt/Suhl - Die SPD will Biathlon-Olympiasieger Frank UIlrich aus Suhl auf Platz 3 ihrer Thüringer Landesliste für die Bundestagswahl setzen. Der Landesvorstand beschloss am Donnerstagabend einen Listenvorschlag, der mit Carsten Schneider (Erfurt) als Spitzenkandidaten und Elisabeth Kaiser (Gera) zwei derzeitige Bundestagsabgeordnete ganz oben vorsieht. Mit einem Thüringen-Ergebnis von 13,2 Prozent waren 2017 drei SPD-Bewerber über die Landesliste in den Bundestag eingezogen. Bei einem ähnlichen landesweiten Zweitstimmen-Anteil der SPD bei der Bundestagswahl im September hätte Ullrich somit Chancen auf ein Mandat in Berlin, selbst wenn er in seinem Wahlkreis nicht siegt. Allerdings sehen Umfragen die SPD derzeit unter ihren Werten von vor vier Jahren.

Der 63-jährige Ullrich tritt im Südthüringer Wahlkreis 196 an und trifft dort unter anderem auf den CDU-Mann Hans-Georg Maaßen. Dieser ist nicht über die Landesliste seiner Partei abgesichert. Der umstrittene Ex-Verfassungsschutzpräsident gilt als Favorit im Rennen um die Erststimmen, sofern er wie erwartet der im Wahlkreis starken AfD genügend Stimmen wegnimmt, ohne selber zu viele bisherige CDU-Wähler an die Konkurrenz zu verlieren. Dritter aussichtsreicher Bewerber im Wahlkreis Suhl/Schmalkalden-Meiningen/Hildburghausen/Sonneberg ist Sandro Witt (Linke).

„Mit Frank Ullrich bieten wir in Südthüringen einen geerdeten Kandidaten gegen den CDU-Rechtsausleger Hans-Georg Maaßen auf“, sagte der Landesvorsitzende der Thüringer SPD, Innenminister Georg Maier. Die Thüringer SPD werde den einstigen Sport-Star nach Kräften bei seinem Kampf um den Einzug in den Bundestag unterstützen, so Maier.

Der Vorstands-Vorschlag muss noch von der SPD-Landesdelegiertenkonferenz bestätigt werden. Diese tagt am 5. Juni in Erfurt. Eine Zustimmung dürfte aber sicher sein.

Bei der Bundestagswahl 2017 war Christoph Matschie auf SPD-Listenplatz 3 in den Bundestag gekommen. Matschie, einer der Vorgänger Maiers als SPD-Landesvorsitzender, tritt im September nicht mehr an. er

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