Bundestags-Kandidatur Maaßen erfährt Gegenwind aus der CDU

Möglicher Nachfolger? Hans-Georg Maaßen (CDU, links) mit dem damaligen Südthüringer CDU-Bundestagsabgeordneten Mark Hauptmann auf einer Landtags-Wahlkampfveranstaltung im Oktober 2019 in Suhl. Foto: arifoto UG/ari (Michael Reichel)

Die mögliche Wahlkreis-Kandidatur des Ex-Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen in Südthüringen freut nicht alle in der CDU. Auch den Ilmenauer Bundestagsabgeordneten Tankred Schipanski nicht. Am Mittwoch trifft sich CDU-Landeschef Christian Hirte mit den Kreisverbänden, die bald über die Nominierung Maaßens entscheiden müssen.

Ilmenau/Suhl - Kurz vor einem Treffen des CDU-Landeschefs Christian Hirte mit den Südthüringer CDU-Kreisvorsitzenden hat sich ein zweiter Unions-Bundestagsabgeordneter offen gegen eine Nominierung von Hans-Georg Maaßen als Direktkandidat ausgesprochen. „Ich habe es ehrlich gesagt anfangs für einen Aprilscherz gehalten“, sagte der Ilmenauer CDU-Bundestagsabgeordnete Tankred Schipanski unserer Zeitung. Die umstrittene Wahl des FDP-Manns Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten habe voriges Jahr gezeigt, dass man die AfD nicht relativieren dürfe, so wie es Stimmen aus Südthüringen in der CDU getan hätten. „Da muss man aufpassen, dass man das nicht ein zweites Mal tut“, sagte Schipanski.

Zuvor hatte der Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Marko Wanderwitz (CDU), eine mögliche Kandidatur Maaßens als „Irrsinn“ bezeichnet. Der Ex-Verfassungsschutzchef sei „in Stil und Inhalt schon länger nicht mehr kompatibel mit der CDU“ so der sächsische Politiker. Wanderwitz war zum Nachfolger Hirtes berufen worden, als dieser sein Amt als Ost-Beauftragter verlor, nachdem er Kemmerichs nach dessen Wahl mit AfD-Stimmen als „Kandidat der Mitte“ gelobt hatte.

Hirte, der auch CDU-Abgeordneter für den Wartburgkreis ist, hat die vier Südthüringer CDU-Kreisvorstände für den heutigen Mittwochabend zum Gespräch nach Suhl geladen. Die Parteispitzen aus Schmalkalden-Meiningen und Hildburghausen hatten vorige Woche einhellig dafür plädiert, Maaßen als CDU-Kandidaten für den Südthüringer Wahlkreis 196 aufzustellen und damit zum Nachfolger des zurückgetretenen Mark Hauptmann zu machen. Maaßen kündigte seinerseits an, sich um die Kandidatur zu bewerben. Entscheiden müssen darüber alleine die Delegierten der CDU-Kreisverbände, die Landes- und Bundespartei hat formal keinen Einfluss. Aus Suhl und Sonneberg kamen (wie auch von Schipanski) Stimmen, wonach ein Bewerber aus Thüringen die bessere Wahl wäre. Maaßen stammt aus Mönchengladbach.

In Berlin und Erfurt sehen die Parteispitzen eine Maaßen-Kandidatur kritisch, da damit unweigerlich eine Debatte über die inhaltliche Nähe zur und mögliche Kooperationen mit der AfD aufkäme, insbesondere mit Blick auf die gleichzeitig stattfindende Landtagswahl. dss/er

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