Die Verteidigungsausgaben sollen laut Finanzplanung bis 2030 weiter stark steigen. Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit fallen nur bis zu einer Grenze von einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts unter die Schuldenbremse. Zur Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland sind rund 11,6 Milliarden Euro eingeplant.
Höhere Steuern
Mehr Geld in die Kasse bringen sollen in den kommenden Jahren eine neue Plastikabgabe sowie eine höhere Tabak-, Alkohol- und Sektsteuer. Geplant ist auch eine Zuckersteuer – Details aber sind noch offen. Bundeszuschüsse an die Rentenversicherung und die gesetzliche Krankenversicherung sollen zurückgefahren werden.
Klingbeil muss aber zudem rund 6,8 Milliarden Euro aus einer Rücklage entnehmen, die der Bund in finanziell guten Zeiten gebildet hat. Das trägt dazu bei, Haushaltslöcher zu stopfen.
Finanzlücken und Reformen
In den Jahren ab 2028 klaffen Milliardenlücken in der Finanzplanung. Ein großes Problem sind stark steigende Zinsausgaben. Die Regierung hofft darauf, dass die Konjunktur in Deutschland Fahrt aufnimmt und die Steuereinnahmen steigen. Außerdem soll durch Reformen der Anstieg bei den Sozialausgaben gebremst werden.
Gerade der Umbau der Sozialsysteme aber ist umstritten – vor allem die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Das soll eigentlich die Finanzen der gesetzlichen Rentenversicherung entlasten. Politisch ist die Idee aber hochumstritten.
Die Debatte nimmt nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und vor den anstehenden Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wieder Fahrt auf. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sagte, die SPD habe hier "einen riesigen Gesprächsbedarf". Merz stellte Gespräche mit der SPD in Aussicht. Er hat sich bisher für Härtefallregelungen ausgesprochen, welche auch die Kommission empfahl.