Bundesliga Doch wieder eine Zittersaison? Werder vor wichtigen Wochen

Die Bremer Ömer Toprak, Davie Selke und Eren Dinkçi sind nach dem 0:1 in Stuttgart geknickt. Foto: Tom Weller/dpa Foto: dpa

Werder Bremen kassiert beim VfB Stuttgart die dritte Niederlage in Folge. Trainer Kohfeldt ist von Panik noch weit entfernt, das anstehende Programm aber durchaus knifflig.

Stuttgart - Florian Kohfeldt wollte nicht lange hadern. "Der Abstand nach unten ist stabil. Wir werden wachsam sein, weiter unsere Leistung bringen und nicht in Panik verfallen", sagte der Trainer von Werder Bremen nach der unglücklichen 0:1 (0:0)-Niederlage beim VfB Stuttgart.

Der Vorsprung auf den Relegationsplatz der Fußball-Bundesliga beträgt sieben Spieltage vor Schluss immer noch recht komfortable sieben Punkte. Doch der Trend zeigt nach unten. Das späte Eigentor von Ludwig Augustinsson (81. Minute) bescherte Werder die dritte Niederlage in Folge. Und es warten knifflige Aufgaben.

Bereits am Mittwoch steht das verlegte DFB-Pokal-Viertelfinale beim SSV Jahn Regensburg an. Ein Sieg und damit verbunden der Einzug in die Runde der letzten Vier wäre ein großer Erfolg für die Bremer - ein Aus beim Fünftletzten der 2. Bundesliga aber eine große Enttäuschung. In der Liga geht es anschließend gegen die Schwergewichte RB Leipzig und Borussia Dortmund weiter - und dann mit dem Schlüsselspiel gegen den FSV Mainz 05. Werder steht vor wegweisenden Wochen.

"Wenn wir stabil in der Liga bleiben und im Pokal möglicherweise bis ins Halbfinale vordringen, haben wir eine hervorragende Saison gespielt", betonte Kohfeldt. Es könnte aber auch noch einmal eine echte Zitterpartie werden mit dem angestrebten Klassenerhalt. In der vergangenen Spielzeit sicherten die Bremer den erst in der Relegation gegen den 1. FC Heidenheim. Aktuell haben sie zwar satte neun Punkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison. Verteidiger Ömer Toprak prognostiziert aber, dass "es bis zum Ende spannend bleiben wird" und "wir weitere Punkte sammeln müssen".

In Stuttgart wäre zumindest einer nicht unverdient gewesen. Zwar erzeugten Kohfeldts Schützlinge in Abwesenheit des gesperrten Stürmers Joshua Sargent fast nur durch Distanzschüsse Torgefahr. Was Mut und Einsatz betrifft, war die Vorstellung der Gäste aber durchaus ordentlich. Deswegen wäre der Coach auch "nicht mal mit einem Unentschieden komplett glücklich gewesen", wie er hinterher sagte. Und deswegen zog er auch durchaus positive Erkenntnisse aus der "bislang unnötigsten Niederlage in dieser Saison", wie Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein das bittere 0:1 nannte.

"Wir werden weitermachen und immer wieder versuchen, solche Leistungen anzubieten", sagte Kohfeldt. "Dann werden wir auch die nötigen Punkte holen, um sicher in der Liga zu bleiben." Neben Mainz wartet mit dem FC Augsburg am vorletzten Spieltag nur noch ein Gegner aus der unteren Hälfte der aktuellen Tabelle. Zudem fehlt Eggestein den Bremern am Samstag gegen Leipzig wegen einer Gelbsperre. Besonders beunruhigt wirkt Kohfeldt trotz alledem nicht. Noch nicht.

© dpa-infocom, dpa:210405-99-88625/2

Autor

 

Bilder