Thomas L. Kemmerich ist zu Gast in Schleusingen. In der Pension Am Waldrand kommt er am Montagabend mit Einheimischen ins Gespräch – eine Idee der Bürgerinitiative „Gegenwind im Kleinen Thüringer Wald“ und des FDP-Mannes. Ein Gespann, das „sehr gut zusammenpasst und -arbeitet“, bestätigt BI-Sprecher Hendrik Frühauf. Auch deshalb freuen sich die Einheimischen auf den Austausch mit Thüringens beliebtestem Oppositionspolitiker, der vom 5. Februar bis zum 4. März 2020 Ministerpräsident des Freistaats war. Kemmerichs Partei war Initiator einer Gesetzesänderung, die auch den Mitgliedern der BI am Herzen lag. Das Waldgesetz wurde im Dezember 2020 dahingehend umgeschrieben, dass es den Bau von Windenergieanlagen in Waldgebieten untersagte. Doch die Antwort des Bundesverfassungsgerichts folgte knapp zwei Jahre später, im November 2022: Thüringen habe seine Kompetenzen überschritten, das Waldgesetz sei in Teilen verfassungswidrig. Doch die FDP lasse nicht locker, habe längst eine neue Gesetzesinitiative gestartet. Auch das erzählt Kemmerich. Denn seine Überzeugung und die seiner Partei: „Wald muss Wald bleiben! Die Aufforstung des Waldes hat immer Vorrang.“ Er zieht den Vergleich zu einem Verwundeten, dessen Wunden geheilt werden müssten. Mit Windkraftanlagen steche man hingegen noch tiefer hinein. Diese sollten dort gebaut werden, wo sie Sinn ergäben. Und das sei nicht im Wald. Er und die Thüringer FDP werden weiterhin dafür kämpfen, dass Wald auch Wald bleibt, verspricht er.
Bürgerdialog Auf ein Bier mit Thomas Kemmerich
Katja Wollschläger 29.08.2023 - 16:11 Uhr