In meinem Bücherregal findet sich ein kleiner literarischer Schatz: ein Büchlein aus Woerl’s Reisebibliothek mit dem vielversprechenden Titel: „Rhönspiegel“ –Kulturgeschichtliche Bilder aus der Rhön“– Arbeit, Sitten und Gebräuche der Rhöner, aus dem Jahr 1892. Der Autor, Leopold Höhl, Mitglied der historischen Vereine zu Bamberg, Meiningen und Würzburg, lädt ein zu einer Reise ins Rhönerland, berichtet vom Rhönerleben, der Rhöner Arbeit, von Rhöner Sitten und Gebräuchen sowie den verschiedensten Familienfesten, nimmt die Leser mit auf eine Reise durch „das weltliche und kirchliche Festjahr“ und beschreibt auf anschauliche und amüsante Weise den Rhöner Charakter, darunter die körperlichen Eigenschaften, die geistige Befähigung, das Gemütsleben, aber auch die eine oder andere Untugend der Rhöner. Eine wahrhaft kulturhistorische literarische Delikatesse, die zum Lesen und Genießen nur zu empfehlen ist. Der Verfasser, ein exzellenter Beobachter und Zuhörer, zeichnet ein von Heimatliebe geprägtes, anschauliches zeitgenössisches Bild einer einzigartigen Region und ihrer Bewohner.
Buch über den Rhöner Ein robuster Menschenschlag
Jürgen Körber 17.04.2026 - 06:00 Uhr