Brustkrebsvorsorge Mammobil ist wieder einmal da

Von Cathrin Nicolai

Frauen zwischen 50 und 69 Jahren haben alle zwei Jahre die Möglichkeit, am Mammografie-Sreening-Programm zur Früherkennung von Brustkrebs teilzunehmen. Dazu fährt ein spezieller „Behandlungsbus“ vor. Derzeit steht er auf dem neuen Parkplatz am Stadion.

Das Mammobil ist wieder einmal in Sonneberg vorgefahren. Foto: Zitzmann/Zitzmann

Eine Einladung der Zentralen Stelle Mammografie-Screening Thüringen in Weimar flatterte in den letzten Tagen rund 3500 Frauen zwischen 50 und 69 Jahren ins Haus. „Ah, ich bin wieder zur Mammo eingeladen“, wissen die Älteren. Diejenigen, die das erste Mal diese Post erhalten haben, müssen sich erst einmal schlau machen. Aber in der Regel ist der Großteil zufrieden, diese Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs in Anspruch nehmen zu können. Extra dafür fährt in regelmäßigen Abständen das Mammobil vor. In den vergangenen Jahren stand es auf dem alten Busbahnhof in Sonneberg. Diesmal findet man den „Behandlungsbus“ auf dem neuen Parkplatz am Stadion.

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Brustkrebs, so erfährt man auf der Homepage der Deutschen Krebsgesellschaft, ist mit etwa 30 Prozent aller Krebsfälle die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Seit den 1980er Jahren ist die Zahl der Fälle um das Doppelte gestiegen: Aktuell stellen Ärztinnen und Ärzte ungefähr 69.000 Mal im Jahr die Diagnose „Mammakarzinom“ bei einer Frau. Zusätzlich werden jedes Jahr etwa 6.000 Vorstufen von Brustkrebs gefunden. Derzeit erkrankt also eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Aber, wenn auch die häufigste Krebsart bei Frauen, so ist Brustkrebs nicht die gefährlichste. Rechtzeitig erkannt und behandelt, sind die meisten Erkrankungen heilbar. Genau deshalb gibt es seit einigen Jahren deutschlandweit das Mammografie-Screening-Programm, an dem alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre teilnehmen können.

Seit 19. Juli hat das Team der Zentralen Stelle Mammografie-Screening Thüringen in Weimar wöchentlich Einladungen zur Früherkennungsuntersuchung der Brust an alle anspruchsberechtigten Frauen verschickt. „Aktuell haben wir vom 15. August bis zum 7. Oktober 3.573 Klientinnen aus den Postleitzahlenbereichen 96515, 96523, 96524, 96528 und 96529 angeschrieben und einen Terminvorschlag unterbreitet“, weiß deren Leiterin, Sylvia Mertz. In den nächsten Wochen werden weitere 3.650 Post aus Weimar bekommen. „Deshalb sind wir bis zirka Mitte November mit unserem Mammobil 2 vor Ort“, ergänzt sie.

Die Mammografie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung und gilt als die einzige allgemein als wirksam anerkannte Methode für die Erkennung von Brustkrebsvorstufen oder frühen Tumorstadien. Nur durch diese Methode ist es möglich, den Brustkrebs in einem so frühen Stadium zu entdecken, in dem der Tumor noch klein ist und die Lymphknoten noch nicht befallen hat. Dann haben Frauen die Chance auf eine günstige Prognose, schonendere Behandlung und darauf, vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt zu werden. Nachdem man 2002 im Ausschuss für Gesundheit des Bundestages jedoch festgestellt, dass die bisherigen getroffene Maßnahmen in Diagnostik und Behandlung von Brustkrebs gravierende Mängel wie beispielsweise die fehlende Dokumentation der Ergebnisse einer Mammografie aufweist, wurde noch im gleichen Jahr dieses Programm aufgelegt. Seitdem können alle, die es möchten, diese Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen. Begrenzt ist es allerdings auf die Altersklasse ab 50 bis 69 Jahre.

Eine Pflicht gibt es nicht. Von den Zentralen Stellen werden lediglich Einladungen verschickt und Termine vorgeschlagen. Passen sie nicht, kann man sich jederzeit mit den Mitarbeitern in Verbindung setzen und einen anderen Zeitpunkt vereinbaren. Die Untersuchung selber dauert nur ein paar Minuten und wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.