Brotterode-Trusetal Rätselraten nach Unfall auf der Sommerrodelbahn

Der Sturz einer Mutter mit ihrer Tochter auf der Sommerrodelbahn am Inselberg hängt möglicherweise mit einem Fahrfehler zusammen. Hinweise auf einen technischen Defekt gibt es bislang nicht. Die Polizei ermittelt.

Brotterode-Trusetal - Nach Hunderttausenden unfallfreien Fahrten auf der Sommerrodelbahn gab es nun doch einen ernsten Vorfall. Am Sonntagnachmittag ist eine Touristin aus Ostthüringen mit ihrem Schlitten in einer Kurve aus der Spur gekommen und gegen die Bahnbegrenzung geprallt.

Die 39-Jährige verletzte sich dabei schwer, ihre mitrodelnde sechsjährige Tochter kam bei dem Malheur glimpflich davon.

„Wir ermitteln zu der Unfallursache, befragen auch Zeugen“, sagte die Suhler Polizeisprecherin Julia Kohl. „Wir wollen dem Ergebnis nicht vorgreifen. Aber derzeit deutet nichts auf eine technische Störung, ermüdetes Material oder sonstige Mängel an dem Fahrgeschäft hin.“ Die Polizei ermittele grundsätzlich in solchen Fällen, auch um fahrlässiges Handeln auszuschließen.

Die Mitarbeiter des Funparkes haben den Schlitten unmittelbar nach dem Unfall begutachtet und ein Prüfprotokoll erstellt. So sagt es Jeremias Kümpel, der Sprecher der Josef Wiegand GmbH & Co. KG aus Rasdorf in der hessischen Rhön, die den Funpark betreibt. „Das ist bei uns Standard“, sagte Kümpel. „Wir wollen selbst wissen, woran es lag. Fehlerquellen sollen unbedingt ausgeschaltet werden.“ Die Anlage sei selbstverständlich TÜV-geprüft gewesen.

Der Unfall hatte sich gegen 14 Uhr ereignet. Noch am selben Tag sei der Betrieb auf der Sommerrodelbahn wieder aufgenommen worden.

Witterungseinflüsse und Nässe scheiden praktisch als Ursache aus. Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschte bestes Rodelwetter. Aber selbst bei Regen könne auf der Brotteroder Bahn gerodelt werden, so Kümpel. Mit entsprechenden technischen Vorkehrungen jedenfalls.

Möglicherweise habe die Touristin einen Fahrfehler begangen, auch zu hohes Tempo sei nicht ausgeschlossen. Gleichwohl hält sich die Geschwindigkeit in Grenzen. „Wir reden von 30 bis 40 km/h“, so Kümpel. Die Gäste würden übrigens vom Personal in die Verhaltensweisen eingewiesen, eine obligatorische Bremsprobe gehöre dazu.

Die Firma Wiegand ist nach eigenen Angaben der Weltmarktführer beim Bau von Sommerrodelbahnen. Sie hat bislang rund 250 Anlagen weltweit errichtet, auch in Saudi-Arabien, Irak, Israel und auf Madagaskar. Die Sommerrodelbahn in Brotterode wird von ihr selbst seit vielen Jahren sehr erfolgreich betrieben.

 

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